"Kleine Zeitung" Kommentar: "Reisen bildet" (von Günter Lehofer)

Ausgabe vom 16.2.2002

Graz (OTS) - Reisen bildet. Wenn Nationalratspräsident Heinz Fischer und eine rot-grüne Abgeordnetenschaft in Kürze nach Nordkorea reisen, dann bildet das. Es bildet sich zum Beispiel der Eindruck, dass der politische Tourist sich etwas einbildet.

Vielleicht liegen in Fischers Flieger hundert Säcke mit Reis und einige Reisetaschen mit Medikamenten. Die Menschen in Nordkorea können alles brauchen. Die Humanität kann sich voll entfalten. Vielleicht gibt es auch ein Bild für Nordkoreas Diktator Kim Il Sung, Wien vom Kahlenberg ostwärts etwa.

Dann könnten der Iraker Saddam Hussein und der Nordkoreaner per Videokonferenz die Geschenke vergleichen, das von Haider (Waldlandschaft) mit dem von Fischer und vielleicht tauschen.

Einen Händedruck für Kim hat Fischer sicher mit im Gepäck. Politik braucht Gesten. Aber Fischer wird Kims Hand sauber drücken und Jörg hat Saddams Hand schmutzig gedrückt. Denn Fischers Reise wurde angemeldet und ist politically correct, die Haiders nicht.

Wenn ein Politiker eine Reise tut, dann kann er nachher erzählen, was er will. Wichtig ist nur, was man schon vorher von ihm gehalten hat.****

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