Mailath-Pokorny ehrt Sena Jurinac und Waldemar Kmentt

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Mailath-Pokorny überreichte heute im Wiener Rathaus das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" an Kammersängerin Sena Jurinac und Kammersänger Waldemar Kmentt.

Kammersängerin Carla Martinis, die ebenfalls diese Auszeichnung hätte erhalten sollen, musste ihre Teilnahme an dem Festakt aus gesundheitlichen Gründen absagen.****

Die Geschichte der Oper sei auch eine Geschichte der Demokratisierung, wenn man unter Demokratie eine Öffnung versteht, das Einbeziehen von breiten Bevölkerungsgruppen. War die Oper am Beginn ihrer Geschichte begüterten und elitären Schichten vorbehalten, so ist der Zugang zur Oper heute relativ offen und frei, so der Kulturstadtrat in seiner Laudatio. Sena Jurinac, Waldemar Kmentt und Carla Martinis seien hervorragende Künstler, Mitglieder der Wiener Staatsoper, die den Ruf Wiens als Opernmetropole in die Welt getragen haben.

Sena Jurinac wurde 1921 in Travnik in Bosnien geboren. 1942 debütierte sie am Nationaltheater Zagreb als Mimi in Puccinis "La Boheme". Ihr Wiener Debüt fand am 1. Mai 1945 in der Wiener Volksoper statt, dem Ausweichquartier für die zerbombte Staatsoper. Weitere Glanzrollen waren unter anderem die Marina in "Boris Godunow", die "Tosca", die "Butterfly". 1982 nahm Sena Jurinac ihren Abschied von der Bühne. Sie war jedoch weiterhin als Lehrerin tätig.

Waldemar Kmentt wurde 1929 in Wien geboren. 1951 wurde Waldemar Kmentt von Karl Böhm an die Wiener Staatsoper verpflichtet; sein Debüt war der Prinz in Prokofieffs "Liebe zu den drei Orangen". "Der letzte Sänger deutscher Muttersprache, der große italienische Partien auf Deutsch gesungen hat", (Marcel Prawy) brachte es im Laufe seiner Karriere auf 77 Rollen in 61 Werken. Im Alter von 72 Jahren feierte er sein Met-Debüt mit der Rolle des Haushofmeisters in "Ariadne auf Naxos".

Carla Martinis wurde 1922 als Dragica Balic in Kroatien geboren. Ihre Karriere begann 1942 am Zagreber Opernhaus als Mimi in "La Boheme". Im Theater an der Wien debütierte sie am 14. Dezember 1950 als Turandot. Carla Martinis wurde zum Liebling des Opernpublikums, die nach der Vorstellung oft bis zu einer Stunde Autogramme geben musste. Ein tragisches Ereignis, der Tod ihres Sohnes, überschattete ihre Karriere und führte in weiterer Folge zum vorzeitigen Abschied von der Bühne. Ihr letzter Auftritt an der Wiener Staatsoper, sie spielte die Tosca, ist mit 1961 dokumentiert. (Schluss) rar

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