Das Ungarische Welterbe der UNESCO: Teil 7 - Neusiedler See

Wien (OTS) - Seit Ende letzten Jahres zählt der grenzüberschreitende Nationalpark Neusiedler See zum gemeinsamen ungarisch-österreichischen Welterbe der UNESCO. Auf der ungarischen Seite des Nationalparks - hier heißt der Neusiedler See "Fertö", findet man noch einen breiten, dichten, nahezu ursprünglichen Schilfgürtel, der die Heimat zahlreicher Vogel-, Amphibien-, Fisch-und Sumpfpflanzenarten ist. So findet man hier Reihernistkolonien, den seltenen blauen Moorfrosch und Sumpfdotterblumen.

Die Hügelkette westlich des Neusiedler Sees besteht aus Leithakalk, der wie im österreichischen St. Margarethen schon von den Römern abgebaut wurde. Wie dort wird auch in Fertörákos der antike Steinbruch als Kulisse für kulturelle Veranstaltungen genützt, etwa für die sommerliche Operngala.

Der Neusiedler See und der angrenzende, zum Nationalpark gehörende Hanság (Waasen), sind Überreste einer einst riesigen Moor- und Sumpflandschaft, die einzigartige landschaftliche, botanische, zoologische, aber auch völkerkundliche und kulturhistorische Besonderheiten aufweist. 1994 kam es zum Zusammenschluß der beiden 1991 und 1992 gegründeten Nationalparks auf ungarischer und österreichischer Seite. Der Nationalpark umfaßt die unberührte, unter strengen Schutz stehenden Kerngebiete, die bewahrende Zone, in der traditionelle, naturschonende Bewirtschaftung (Schilfernte, Mähern, Beweidung) erlaubt ist, und die Saumzone mit den Siedlungsgebieten, in der jedoch ebenfalls strenge Auflagen gelten, und die heute den Kern der touristischen Nutzung des Nationalparks bildet. Die Gesamtfläche des Nationalparks zu beiden Seiten der Grenze umfaßt eine Fläche über 33.000 Hektar, das engere Gebiet direkt um den See etwa 22.000 Hektar.

Zentrum des UNESCO Nationalparks Neusiedler See ist der namensgebende See selbst, das drittgrößte stehende Binnegewässer Zentraleuropas mit einer durchschnittlichen Tiefe von 50 bis 60 und maximal 180 cm. Der zu 88 Prozent verschilfte See ist der letzte Vertreter der kontinentalen Flachlandsalzseen. Er hat zwei natürliche Zuflüsse, die Wulka auf österreichischer und den Rákos-Bach auf ungarischer Seite. Die unmittelbare Umgebung des Sees besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Salzsteppen und -wiesen, in den sich immer wieder permanente oder temporäre Tümpel mit extrem hohem Salzanteil bilden.

Eine Besonderheit des Neusiedler Sees ist sein Reichtum an Vögeln. Zu den teilweise schon äußert seltenen Nistvögeln zählen Graugänse, Rohrgrasmücken, Tamariskensänger, Blaukehlchen, Bienenfresser und Pirol sowie verschiedene Arten von Tauchern, Reihern und Wildenten. Der See dient aber auch zehntausenden Zugvögeln als Rastplatz, darunter den Blassgänsen, Strandläufern, See- und Fischadlern und Wanderfalken. Beindruckend ist die Landung der Gänse in den Abendstunden.

Der Neusiedler See bietet aber auch zahlreichen Fischarten wie dem Schlammpeitzger, Hechtbarsch oder Stichling eine Heimat, das Schilf dient seltenen Käfer- und Insektenarten sowie Lurchen und Kriechtieren als geschützter Lebensraum. Unter den fast ausgestorbenen Pflanzenarten findet man das Knabenkraut, die Schwertlilie oder die Kuhschelle.

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