AK zu Zeugnisverteilung in Oberösterreich: Ein "Fleck" für die Schulpolitiker

Linz (AKO) Heute ist Zeugnisverteilung in Oberösterreich. Für nicht wenige Schüler und Eltern kein freudiges Ereignis. Immerhin zeigt die Schulstatistik, dass fast fünf Prozent aller Schüler negativ abschließen. Die Halbjahresnachricht ist also für viele Betroffene ein letzter Wink mit dem Zaunpfahl. Warum eigentlich nur für die Schüler?

Von negativem Schulerfolg und Klassenwiederholung sind auch viele Pflichtschüler betroffen. Nach Zahlen des OÖ Landesschulrats beenden mehr als zehn Prozent von ihnen ihre Schulpflicht bereits in der achten Schulstufe. Allein in Oberösterreich waren das im Vorjahr mehr als 1700 Schüler. Dazu kommen noch jene, die ohne positiven Hauptschulabschluss in die Polytechnische Schule wechseln bzw. die neunte Schulstufe im Poly oder einer weiterführenden Schule negativ abschließen.

Dieser mangelhafte Schulerfolg in der Pflichtschule ist ein Kernproblem des Bildungssystems. "Dieses Problem wird von der Schulpolitik in Bund und Land aber konsequent ignoriert. Dafür ist den Schulpolitikern, vor allem Gehrer, Pühringer und Enzenhofer, ein ´Nicht genügend´ ins Zeugnis zu schreiben", betont AK-Präsident Hubert Wipplinger.

Es ist nicht hinzunehmen, dass mehr als ein Zehntel der Schüler die vorgesehenen Ziele nicht erreicht. "Diese Jugendlichen werden es besonders schwer haben, einen zukunftsfähigen Beruf zu erlernen und am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen" bringt Wipplinger die besorgniserregende Situation auf den Punkt.

"Die Kürzungen im Schulbereich erweisen sich nicht nur bildungspolitisch, sondern auch wirtschafts- und sozialpolitisch als Bumerang. Man kann nicht eine Schindel nach der anderen vom Schuldach räumen und dann darauf hoffen, dass es nicht regnet", bemerkt der AK-Präsident zur Bildungspolitik des Bundes.

Es muss ein bildungspolitischer Schwerpunkt werden, dass deutlich mehr Jugendliche als bisher die Pflichtschule ordentlich abschließen und mit besseren Qualifikationen ihr Erwerbsleben beginnen. "Dazu muss es massive Veränderungen geben. Es geht dabei um pädagogische Maßnahmen und es geht um Ressourcen zur Lösung dieses Problems. Denn was bislang getan wird, ist offenbar zu wenig" stellt der Leiter der AK-Abteilung Bildung Dr. Fritz Bauer fest und nennt den zielgruppenspezifischen Ausbau des schulischen Förderangebots und ein entsprechendes Angebot an hochwertigen Ganztagsschulen als Schritte in die richtige Richtung.

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