Waneck: Gebietskrankenkassen machen sich zusehends lächerlich

Verwaltungschaos bei Ambulanzgebühr ist von Kassen hausgemacht

Wien, (BMSG) - "Die österreichischen Gebietskrankenkassen machen sich mit ihrem Eiertanz rund um die Einhebung des Behandlungsbeitrages Ambulanz zusehends lächerlich", sagte heute FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck. "Das Chaos bei der Einhebung ist von den Kassen hausgemacht." *****

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) habe den klaren Auftrag die Einhebung des Behandlungsbeitrages Ambulanz patientenfreundlich, effektiv und korrekt durchzuführen, betonte Waneck. "Das Wehklagen über den Verwaltungsaufwand ist daher ein Gejammere über die eigene Unfähigkeit diese Vorgaben patientenfreundlich umzusetzen", so der Staatssekretär. Es sei nicht verständlich wieso der gleiche Prozess bei den sogenannten kleinen Kassen seit Jahrzehnten reibungslos und ohne Probleme funktioniere, die Gebietskrankenkassen jedoch damit überfordert sein sollten (Anm.: Die Versicherten der kleinen Kassen (rund 2 Millionen Menschen - Selbständige, Eisenbahner, Bauern, Beamte - zahlen bereits seit Jahren Behandlungsbeiträge).

Daten über Ambulanzbesuche müssten immer schon erfasst werden. Die zusätzliche "Verwaltungsbelastung" der Kassen betreffe daher genau jene Punkte der Ausnahmen zur Befreiung vom Behandlungsbeitrag, so Waneck.

Statt die eigene Unfähigkeit in aller Öffentlichkeit zu bejammern, sollten die Gebietskassen schleunigst einen Weg finden, die Patienten nicht zusätzlich zu verunsichern und endlich klare, einfache und verständliche Regelungen zur Einhebung treffen, zu der sie bereits ein ganzes Jahr Zeit gehabt hätten, betonte Waneck. Boykottaufrufe, wie sie aus den Reihen der Gewerkschaften, Arbeiterkammer und SPÖ kommen seien in höchstem Maße patientenfeindlich und verursachen hohe Kosten, die im Endeffekt wiederum die Patienten zu bezahlen hätten, so Waneck.

Für Patienten, die trotz umfangreicher Ausnahmegenehmigungen und sozialer Absicherung trotzdem der Meinung seien, sich die Ambulanzgebühr in der maximalen Höhe von öS 1.000,- /Jahr (= öS 84,-/Monat) nicht leisten zu können, sei es weitaus sinnvoller bei der zuständigen Gebietskasse um Befreiung von der Ambulanzgebühr anzusuchen. "Diese soziale Möglichkeit wird von den Gegnern des Behandlungsbeitrages wohlweislich verschwiegen", kritisierte Waneck, statt dessen würden die Patienten aufgefordert sich einen Bescheid ausstellen zu lassen, der keinerlei Befreiung zur Folge habe.

Alleine diese Tatsache zeige, dass es den Gewerkschaften, der Arbeiterkammer und der SPÖ nicht um das Wohl der Patienten, sondern ausschließlich um politisches Kleingeld gehe, betonte Waneck, der die zunehmenden Polemiken gegen diese sinnvolle Lenkungsmaßnahme -alleine in einem Quartal gingen die Besuche um rund 230.000 Fälle zurück - nicht anders interpretieren kann.

"Wenn die Kassen etwas patientenfreundliches tun wollen, dann sollen sie gefälligst auch darauf hinweisen, dass man sich vom Behandlungsbeitrag auch befreien lassen kann, wenn man nicht unter die Ausnahmeregelungen fällt. Dieser Bescheid entbindet dann Patienten tatsächlich von der Zahlung des Behandlungsbeitrages", schloss Waneck. (Schluss) mg bxf

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