Mega-Projekte sind anziehend von Franz Gansrigler

WirtschaftsBlatt-Kommentar

Wien (OTS) - Ginge es nach Frank Stronach, könnten bereits seit zwei Jahren hunderte Mitarbeiter auf schönen neuen Arbeitsplätzen in der Ebreichsdorfer Kugel-Erlebniswelt gutes Geld kassieren. 3000 neue Arbeitsplätze waren dort geplant. Hätte sich ein Michael Kraus, seinerzeit SCS-Boss, durchgesetzt, stünde vor den Toren Wiens eine weitere Erlebniswelt, von internationalen Investoren finanziert, vor der Fertigstellung; ebenfalls begleitet von wahrnehmbaren Positiv-Effekten sowohl für den Arbeitsmarkt der Region als auch für den internationalen Tourismus.

Aber der Mut hatte Behörde und Politik dort, wo sie etwas zu sagen haben, sehr rasch verlassen. Bei den massgeblichen Bescheiden für Flächenumwidmungen und Umweltverträglichkeit wurde angespornt von einem Häuflein selbsternannter Retter der Kleinst-Ökonomie ein Haken nach dem anderen gefunden, an denen die Projektebetreiber ihre Ideen schliesslich und endlich aufhängen konnten. "Und die Grösse ist gefährlich": Grillparzers Erkenntnis in "Traum ein Leben" hat sich zur ängstlichen Grundhaltung in die Seele der Österreicher eingegraben.

"Wozu brauch ma dos", ist jetzt auch Grundtenor des Meinungskonzerts, das Egon Putzis Mega-Projekt einer Kärnten-Arena in Villach begleitet. Da werden eh' nur wenige Kärntner hingehen, wozu also dos? Diese Stimmen verkennen die wirtschaftliche Wirkung solcher Grossprojekte im internationalen Kontext. Beispiel gefällig: Der Wiener Büroimmobilienmarkt dümpelte jahrzehntelang in der Tristesse zwischen Zweierlinie und Gürtel uninteressant dahin. Erst als beherzte Private um Grösse kämpften und sie in optisch und technisch akzeptablen Bürotürmen umsetzten, konnte sich Wien auf dem internationalen Immo-Markt sehen lassen. Das State-of-the-art-Angebot kam der Nachfrage internationaler Investoren und Mieter entgegen, ja schuf erst diese Nachfrage. Um die 200.000 Quadratmeter modernster Bürofläche können so jährlich vermarktet werden. Ein Ende ist, bei allen Schwankungen, nicht abzusehen, wie jetzt das Beispiel des Galaxy-Turmes in Wien zeigt, der modernisiert und um sieben Etagen aufgestockt wurde. Frank Stronachs neuestem Projekt eines Mega-Event-Stadions in der Wiener Freudenau kann man so gesehen nur Erfolg wünschen. Die Grösse zieht an. Angst müssten wir Österreicher nur vor der "Verzwergung" haben. (Schluss) fg

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