BESUCH DES JORDANISCHEN KRONPRINZEN HASSAN BIN TALAL Die Armut der Flüchtlinge ist eine Hauptursache des Extremismus

Wien (PK) - Prinz Hassan bin Talal aus dem Haschemitischen Königreich Jordanien hält sich zur Zeit auf Einladung des Präsidenten der Österreichischen Parlamentarischen Gesellschaft, Nationalratspräsident Heinz Fischer, in Österreich auf. Heute Vormittag besuchte Prinz Hassan das Parlament und traf mit seinem Gastgeber zu einem Gedankenaustausch zusammen.

Nationalratspräsident Fischer begrüßte Prinz Hassan bin Talal herzlich und informierte ihn einleitend über den Verhandlungsprozess zur EU-Erweiterung, der zeitlich auf das Ziel gerichtet ist, dass die neuen EU-Mitglieder bereits an den
nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2004
teilnehmen können. Im Mittelpunkt der Unterredung stand naturgemäß aber die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten. Prinz Hassan sah die Konflikte auf einen "Moment der Wahrheit"
zutreiben. Zu vermeiden sei, dass dieser Moment ein Krieg sei,
die Aufmerksamkeit, die die Weltöffentlichkeit einem solchen
Krieg widmen würde, sollte besser schon vorher auf Verhandlungen und auf die Rückkehr zu einer Politik der Vernunft gerichtet werden. In seiner Analyse des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern konzentrierte sich Prinz Hassan auf den Fragenkomplex "Flüchtlinge und Armut" und sprach sich für ein "exterritoriales Konzept für die menschlichen und
wirtschaftlichen Ressourcen der ganzen Region" aus. Als ein "Mann des Dialogs zwischen den Kulturen" wandte sich Prinz Hassan
weiters dagegen, ganze Nationen oder Religionen als "böse" zu bezeichnen und auf diese Weise zu diskriminieren. Die
Hauptursache für Extremismus und Terrorismus ist für Prinz Hassan die Armut, insbesondere die Armut von Flüchtlingen, wobei er
darauf aufmerksam machte, dass 70 % aller Flüchtlinge auf der
Welt Moslems seien. Prinz Hassan bin Talal - er ist Präsident des Club of Rome - warb für seinen Vorschlag, sich von Seiten der Wissenschaft intensiver mit dem Phänomen der Massenmigration zu befassen und plädierte für internationale Anstrengungen, um Menschen zu unterstützen, die in ihrer Heimat bleiben wollen.

Am Nachmittag stehen Gespräche mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (14.30 Uhr), mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (15.20 Uhr) und mit Franz Kardinal König (16.15 Uhr) auf dem Programm. Am Abend wird Prinz Hassan bin Talal um 18 Uhr im Plenarsaal des Parlaments vor der Österreichischen Parlamentarischen Gesellschaft einen Vortrag über den "Einfluss
des Islams auf den Frieden" halten.
Am Freitag wird der jordanische Kronprinz von Bundespräsident Thomas Klestil empfangen werden. Danach wird Prinz Hassan bin
Talal seinen Besuch in Österreich beenden und in seine Heimat zurückkehren. (Schluss)

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