Niederwieser: Zustimmung zur FH-Novelle nur unter bestimmten Voraussetzungen

SPÖ verlangt Aufklärung über Kosten der Uni-Reform

Wien (SK) Noch "einige offene Punkte in der Novelle zum Fachhochschulstudiengesetz", sieht SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag präzisierte er die SPÖ-Forderungen: "Sowohl beim Thema Bachelor-Einführung, bei der Frage über Standorte von Fachhochschulen als auch bei den Anrechnungsmodalitäten gibt es noch offene Fragen, die Ministerin Gehrer diskutieren und klären muss, will sie mit der Zustimmung der SPÖ rechnen."****

Die SPÖ stehe der Novellierung des Fachhochschulstudiengesetzes grundsätzlich positiv gegenüber, erklärte der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Zu klären sei aber die Frage der Standorte von Fachhochschulen: "Das sollte der Fachhochschulrat (FHR) entscheiden und nicht das Ministerium", erklärte Niederwieser den SPÖ-Standpunkt, "schließlich entscheidet er auch über alle anderen maßgeblichen Bereiche in der Fachhochschulthematik und kennt die Materie besser". Darüber hinaus sei der FHR politisch unabhängiger. Auch sollte der weiteren Ausbreitung von FH-Standorten Einhalt geboten werden: "Besser als die Errichtung neuer Standorte wäre die Konsolidierung der bestehenden: jede Fachhochschule sollte der Definition im Gesetz entsprechen und vier bis fünf Lehrgänge sowie eine MindesthörerInnenanzahl von eintausend aufweisen können."

Die Einführung des "Bachelor"-Studiums dürfe überdies nicht zu einer "unnötigen Verlängerung" von FH-Studien führen. Auch sollten der Anrechnungsmodus für bereits in der Schulzeit erworbene Fähigkeiten entindividualisiert und standardisierte Anerkennungsmodalitäten entwickelt werden. Auch sollte im Bereich des Zugangs zu FH ohne Matura eine politische Entscheidung getroffen werden, da die Zahl von StudentInnen, die via speziellen Eignungsprüfungen an die FH gekommen sind, rückläufig ist.

Zur Universitätsreform bemerkte Niederwieser, dass "bis jetzt noch überhaupt keine Informationen vorliegen, wie viel sie tatsächlich kosten wird". Beispielsweise seien ausgegliederte Medizin-Fakultäten mit einem stark erhöhten Kostenaufwand verbunden, abgesehen davon, dass die Zusammenarbeit der Wissenschaften durch die Vereinzelung von einzelnen Wissenschaftsbereichen leiden würde. "Es entspricht keinem zukunftsträchtigen Weg, wenn sich jedermann sein eigenes Reich errichten will", stellte Niederwieser abschließend klar, und forderte im Gegenteil eine verstärkte Kooperation zwischen den Disziplinen. (Schluss) nf

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