Österreichs Banken ziehen erfolgreiche "Euro-Bilanz"

Bundeskreditsparte: 7 Jahre Vorbereitung haben sich gelohnt - 94 % der Bevölkerung stellen Banken bei Euro-Umstellung gutes Zeugnis aus

Wien (PWK117) - Für die österreichische Kreditwirtschaft war das Großprojekt Euro-Umstellung eine besondere Herausforderung. Mit der Einführung des Euro-Bargeldes wird die intensive, bereits seit 1995 laufende Vorbereitung der Kreditwirtschaft erfolgreich abgeschlossen. "7 Jahre Vorbereitung, der Euro-Einsatz von tausenden unserer MitarbeiterInnen und gut funktionierende Kooperationen mit Handel, Tourismus, OeNB und Exekutive haben sich gelohnt", ziehen der Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Rothensteiner, und die Spitzenvertreter aller Kreditinstitutssektoren erfreuliche Euro-Bilanz. "Für 95 % der Bevölkerung hat die Umstellung gut oder sehr gut funktioniert und die Kreditinstitute haben dazu wesentlich beigetragen", zitiert Rothensteiner die neuesten Umfrageergebnisse des Market Instituts. Ein positives Zeugnis wird den Banken insbesondere bei der Konto- und Sparbuchumstellung sowie für das Umwechseln des Bargeldes ausgestellt.

Der Aufwand auf Bankenseite zur Sicherstellung eines reibungslosen Umstellungs-Ablaufs war entsprechend groß: "Seit Februar 2000 sind insgesamt 3.000 MitarbeiterInnen der heimischen Kreditinstitute mit Schwerpunkt Euro im Einsatz", berichtet Rothensteiner. "Über den Jahreswechsel nach dem regulären Arbeitstag 31.12.2001 waren sogar rund 10.000 Mitarbeiter - also jeder 7. Bankmitarbeiter - mit Euro-Umstellungsarbeiten wie Kontenumstellung oder Jahresabschluss befasst. Der Kundenansturm am 2.1.2002 entsprach etwa einem fünffachem Weltspartag. Dies musste exakt vorbereitet und bis ins Detail koordiniert werden."

Um den Kunden vor allem für den Verkauf der Startpakete und den Umtausch ATS/Euro ausreichendes Service bieten zu können, wurden im Vertrieb vom Mitte Dezember 2001 bis Ende Jänner 2002 rund 7.000 zusätzliche MitarbeiterInnen und Werkstudenten beschäftigt. "Auch die klaglose und für die Kunden kostenlose Umstellung von mehr als 55 Millionen Konten zum Jahreswechsel und die reibungslosen Systemumstellungen im Vorfeld (Buchgeldumstellung 1999, Bargeldumstellung 2002) erforderten von 1995 bis 2002 zusätzlich ca. 1.400 Personenjahre an hoch qualifiziertem Personal wie Programmierer und Organisatoren allein in diesem Bereich", präzisiert Rothensteiner den enormen personellen Zusatzbedarf, der notwendig war.

Mit Hilfe eines umfassenden logistischen Konzeptes gelang es den Banken, durch die Vorverteilung von Euro-Banknoten und -Münzen im Wert von rund 10 Mrd. Euro (fast 140 Mrd. Schilling) und mit einem Gewicht von 6.200 Tonnen einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich zu leisten. Durch eine eigens eingerichtete Arbeitsgemeinschaft zur Euro-Logistik der Banken wurden ca. 6.700 Bankfilialen und Postämter zusätzlich zum Normalgeschäft versorgt.

Die Gesamtkosten der Kreditwirtschaft für die Vorbereitung und Umsetzung des Mega-Projekts "Euro" bis zur Einführung des Euro-Bargeldes beziffert Rothensteiner mit 600 Mio. Euro (rund 8,3 Mrd ATS). "55 % davon entfielen auf die Vorbereitung bis zur Einführung des Euro als Buchgeld am 1.1.1999, 45 % kostete die Bargeldeinführung im Zeitraum 1999 bis 2002. Inbegriffen sind der kostenlose Umtausch Schilling Euro, die kostenlose Umstellung von 55 Mio. Konten sowie die umfassende Kundeninformation."

Wesentlich zur Vereinfachung der Umstellung für die Kunden habe auch die Forcierung bargeldloser Zahlungsformen beigetragen, macht Rothensteiner aufmerksam. "In den sieben Jahren seit dem Start der Vorbereitung konnte die Zahl der Bankomatkassen von 2.400 auf 60.000 gesteigert werden. Dadurch wird im Zusammenwirken von Kreditwirtschaft, Handel und Tourismus für die Kunden großflächig eine kundenfreundliche, einfache Zahlungsform angeboten. Dass dieses Service von der Bevölkerung auch angenommen wird, zeigt die Zunahme der Zahlungen mit Karten seit Jahresbeginn um 47%." Darüber hinaus nutzten die Banken die Euro-Umstellung für einen Innovationsschub, indem sie neue, zukunftsorientierte Standards im Zahlungsverkehr zur einfacheren Kundennutzung installierten.

Dass die Bevölkerung Ende 2001 die Umstellung noch als schwierig beurteilte (58%) und nun nach den neuesten Umfrageergebnissen aber 2/3 die Umstellung als leicht oder eher leicht empfinden, spreche dafür, so Rothensteiner abschließend, "dass es in Österreich durch rechtzeitige Vorbereitung und den großen Einsatz der Kreditwirtschaft sowie gute Kooperationen gelungen ist, einen 'sanften Übergang' auf die gemeinsame europäische Währung sowohl für die heimische Bevölkerung als auch die Wirtschaft durchzuführen." (Ne)

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