Konsulardienst des Außenministeriums in Krisenzeiten besonders gefragt

Konsularstatistik 2001 zeigt ungebrochene Nachfrage nach konsularischer Betreuung

Wien (OTS) - "Der vor allem nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 feststellbare Rückgang des internationalen Reiseverkehrs hat auf die konsularische Tätigkeit des Außenministeriums und der österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland keine Wirkung gezeigt.

Ganz im Gegenteil bestätigt die ausgewertete Konsularstatistik 2001 den Trend der letzten Jahre , wonach sowohl die im Ausland lebenden Österreicher als auch die heimischen Reisenden in verstärktem Maße die konsularische Betreuung der österreichischen Botschaften und Konsulate in Anspruch nehmen.

So konnte bei Verkehrs- und Krankheitsfällen oder finanzieller Notlagen insgesamt 1281 mal schnell und unbürokratisch geholfen werden , was einer Steigerung gegenüber 2000 um ca.10 % entspricht.

Zum Jahresende 2001 befanden sich um 9 % mehr Österreicher in ausländischen Haftanstalten, insgesamt wurden 642 Haftfälle bearbeitet, was gegenüber dem Vorjahr vor allem bei den durchgeführten Haftbesuchen zu einer Steigerung von 39 % führte. Auffallend ist der hohe Anteil von Drogendelikten, die z.B. in den Staaten Südostasiens oder Lateinamerika mit drakonischen Strafen geahndet werden.

Auch fielen wesentlich mehr Sozialfälle zur Betreuung an, insgesamt 2206 Fälle (+37%), was größtenteils auf fehlende adäquate Altersvorsorge von AuslandsösterreicherInnen sowie auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in einigen Staaten zurückzuführen ist. Einige davon wurden nach Österreich zurückgebracht und in Alten- und Pflegeheime aufgenommen.

2001 wurden weltweit von den österreichischen Berufsvertretungen für geschäftlich oder als Touristen nach Österreich reisende Ausländer 448131 Sichtvermerke erteilt, dies entspricht dem Stand des Jahres 2000.

Der Krieg in Afghanistan hat vor allem bei den österreichischen Botschaften in Islamabad und Teheran zu einer kaum zu bewältigenden Zunahme bei Asylanträgen von Flüchtlingen geführt. Die explosionsartige Zunahme der bei Vertretungsbehörden gestellten Asylanträge (1124%!) stand in direktem Zusammenhang mit der Lage in und um Afghanistan.

Gerade in Krisenzeiten wird die Bedeutung des konsularischen Dienstes als eine der wichtigsten Aufgaben des Außenministeriums erkennbar. Eine der Hauptsäulen - neben den diplomatischen Vertretungen vor Ort - ist das Bürgerservice im Außenamt. Beispielsweise wurden nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA im Bürgerservice täglich bis zu 1800 Anrufe von besorgten Bürgern registriert.

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