"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schurken" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 14.2.2002

Graz - Schon möglich, dass Jörg Haider bei seinem Flug nach
Bagdad außer dem Ölbild einer Kärntner Waldlandschaft auch Geräte für eine Blutbank im Gepäck mitführte. Trotzdem soll er uns nicht für so dumm halten, dass wir ihm den Schmäh abnehmen, er sei in humanitärer Mission zu Saddam Hussein gereist.

Wer den kranken Kindern im Irak wirklich helfen will, wird andere Wege finden, als einem Schlächter die blutigen Hände zu küssen. Der Kärntner Landeshauptmann wirkte sichtlich geehrt und geschmeichelt, dass ihn der Diktator an seinem Hofe wie einen der Großen dieser Welt empfing.

Mit Fasching war der Auftritt nicht mehr zu entschuldigen. Haider hat dem Ansehen Österreichs Schaden zugefügt.

Es ist ein Unterschied, ob man das Säbelrasseln von US-Präsident George W. Bush ablehnt, der den Irak als Teil der "Achse des Bösen" bezeichnet, oder ob man sich zur Marionette der Propaganda Saddam Husseins machen lässt.

Seit der Ächtung des Irak durch die Weltgemeinschaft haben nur der Franzose Jean-Marie Le Pen und der Russe Wladimir Schirinowski dem "Schurkenstaat" ihre Aufwartung gemacht. Jetzt ist Haider der Dritte im Bunde der politischen Desperados.****

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