GLOBAL 2000: Offener Brief an Gesundheitsminister Haupt

Gesetzeslücke in der Schädlingsbekämpfungsmittel-Höchstwerteverordnung

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 richtet
heute Mittwoch, 13. Februar, anlässlich der Pestizidrückstände in Paprika einen offenen Brief an Gesundheitsminister Haupt. Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister Haupt!

Wie unsere jüngsten Messungen der Pestizid-Belastung von Paprika aus Spanien ergeben haben, gewinnt die Rückstandsproblematik in Lebensmitteln durch Pestizid-Cocktails zunehmend an Schärfe. Pestizidanwender missbrauchen aus Sicht von GLOBAL 2000 seit Jahren eine Gesetzeslücke in der Pflanzenschutzmittel-Rückstands-Höchstwerteverordnung. Höchstwerte bestehen ausschließlich für die Rückstände einzelner Pestizide in Lebensmitteln. Der Anzahl der verwendeten Pestizide und damit der Gesamtbelastung wird jedoch keine Grenzen gesetzt. Die Agrarindustrie kann so den Wunsch des Konsumenten nach rückstandsfreien Nahrungsmitteln unterlaufen. Diese Praxis macht den Konsumenten zum Versuchsobjekt.

- GLOBAL 2000 fordert Sie deshalb auf, bei Mehrfachrückständen von Pestiziden strengere Grenzwerte für das einzelne Pestizid vorzuschreiben. Hormonell wirksame Pestizide sollen völlig verboten werden.

- Darüber hinaus fordert GLOBAL 2000 strengere und wirksamere Lebensmittelkontrollen und entsprechende Konsequenzen. Der Paprika-Skandal belegt, dass das Gesundheitsministerium seinen Aufgaben nicht ausreichend nachgekommen ist.

- Den verunsicherten Konsumenten muss sofort freier Zugang zu allen ermittelten Daten ermöglicht werden, wie es in Großbritannien bereits heute der Fall ist.

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