ÖGB-Frauen: Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung zurücknehmen

Ledwinka: Einschränkung nicht nur unsozial, sondern auch finanziell ein Flop

Wien (ÖGB). "Die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung diskriminiert unserer Ansicht nach kinderlose Frauen und ist offenbar auch finanziell ein Flop", erklärte ÖGB-Frauensekretärin Sylvia Ledwinka angesichts der nun bekannt gewordenen Einnahmen der Krankenkassen. "Die Zahlen beweisen, dass sich die unsoziale Belastung von insgesamt fast 20.000 Menschen nicht gelohnt hat", forderte Ledwinka die Bundesregierung zur sofortigen Rücknahme der Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung auf.++++

Die Maßnahme verschlechtere die Situation von kinderlosen Frauen und sei somit ein Zeichen eines längst veralteten Familienmodells, so die Frauensekretärin des ÖGB. "Die Einschränkung hat vor allem ausländische Frauen ohne Arbeitserlaubnis und ältere Frauen getroffen, die am Arbeitsmarkt nur sehr schwer einen Job finden", erklärte Ledwinka. Für viele PensionistInnen stelle die Maßnahme eine faktische Pensionskürzung dar, da sie überhaupt keine Möglichkeit mehr hätten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die Regierung habe mit der Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung gezielt sozial Schwächere benachteiligt, für die betroffenen Haushalte bedeutete sie eine enorme Belastung, führte die ÖGB-Frauensekretärin aus. Ein Arbeiter, der 20.000 Schilling brutto im Monat verdient, musste etwa im Jahr 2001 für die Versicherung seiner Ehefrau 537 Schilling im Monat bezahlen. Die ÖGB-Frauen haben bereits am Bundesfrauenausschuss 2001 die Rücknahme dieser Maßnahme gefordert. "Die Regierung muss nun die Konsequenz aus den relativ geringen Einnahmen ziehen und die Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung zurücknehmen", schloss Ledwinka. (mfr/tb)

ÖGB, 13. Februar 2002
Nr. 133

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