Exklusiv in NEWS: Kaprun-Anklage im Wortlaut

Staatsanwalt will Schuldspruch für 16 Verantwortliche bei Prozess im Mai Vorausmeldung zu NEWS 07/02 v. 14.2.2002

Wien (OTS) - NEWS veröffentlicht in seiner morgen erscheinenden Ausgabe exklusiv die wichtigsten Passagen der 119 Seiten starken Kaprun-Anklage der Staatsanwaltschaft Salzburg im Wortlaut.

Noch im Mai 2002 wird der Prozess gegen 16 Männer eröffnet, die beschuldigt werden, für den Tod von 155 Menschen im Tunnel von Kaprun verantwortlich zu sein. Strafdrohung: Jeweils fünf Jahre Haft.

- Der technische Direktor der Gletscherbahnen Kaprun AG, Manfred M., wird beschuldigt, eine "sichere Bauweise und Ausstattung" der Wagenaufbauten unterlassen zu haben und dass er die "solcherart mangelhaft ausgeführten Garnituren ohne brandschutztechnische Vorbeugemaßnahmen in Betrieb gehen ließ". Zudem habe er "trotz regelmäßiger Benützung der Standseilbahn" nicht für die "Wartung/Überprüfung des verunreinigten Heizkörpers" gesorgt.

- Dem Betriebsleiter der Gletscherbahnen, Günther B., lastet die Anklage an, "nur unzureichend für einen betriebssicheren und ordnungsgemäßen Zustand der Bahn" gesorgt und "die sich bereits seit längerer Zeit abzeichnenden brandauslösenden Spuren" nicht entdeckt zu haben.

- Den Monteuren der Herstellerfirma Swoboda wirft die Anklage vor, den "nicht für den Betrieb in Fahrzeugen zugelassenen Heizkörper eingebaut" zu haben und keine "Sicherheitseinrichtungen für Stör-bzw. Brandfälle" vorgesehen zu haben.

- Die hochrangigen Beamten des Bundeministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie werden dafür verantwortlich gemacht, dass sie "die Einhaltung der Auflagen nur unzureichend prüften und ihnen deshalb auch abweichende Ausführungen der Wagenaufbauten nicht auffielen". Darüberhinaus werden die Beamten und damit die Republik beschuldigt, "angebliche Überprüfungen nur am Papier" vorgenommen zu haben.

- Den Technikern des TÜV (Technischer Überwachungsvereinüwird vorgeworfen, "als Verntwortliche des TÜV Österreich Überprüfungen nur unzureichend vorgenommen" zu haben.

Allen Beschuldigten drohen bis zu fünf Jahre Haft. Alle bekennen sich nicht schuldig.

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