Pläne für Theater an der Wien weit fortgeschritten "Sollbruchstelle" 2006 - dann keine Musicals mehr, Spielbetrieb unter Festwochen-Leitung - Wiener Festivals organisatorisch bei den

Festwochen zentriert - Mozart-Wettbewerb für Komponisten und Librettisten Vorausmeldung zu NEWS 07/02 v. 14.2.2002

Wien (OTS) - Die Frist für die Betriebsberatungsfirma Infora zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie für das Theater an der Wien wurde bis Ende April verlängert. Dennoch scheint die entsprechende Planung weit fortgeschritten zu sein, wie NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet.

Nach Informationen von NEWS-Herausgeber Alfred Worm wird das Mozartjahr 2006 als "Sollbruchstelle" angenommen. Ab diesem Jahr sollen zum derzeitigen Stand im Theater an der Wien keine Musicals mehr gespielt werden. Der Musical-Spielplan bis dahin wurde bereits disponiert und soll vom derzeitgen Intendanten Klausnitzer beratend betreut werden.

Einen reinen Opernspielplan soll es aus Kostengründen nicht geben. Das Theater an der Wien soll ab 2006 ein Programm aus Oper, Konzert und Lied, musikalischer Moderne und - in Koordination mit den entsprechenden Einrichtungen des Museumsquartiers - Tanz zeigen.

Die organisatorische Leitung soll bei den Wiener Festwochen liegen.

Festwochen-Chef Hans Landesmann berichtet in NEWS von spektakulären Plänen: Für das Gedenkjahr 2006 soll ein Mozart-Wettbewerb unter österreichischen Librettistren und Komponisten ausgeschrieben werden. Landesmann: "Man braucht nicht schon wieder einen neuen 'Don Giovanni' oder 'Figaro'. Mozart muss man nicht mehr entdecken. Vielmehr möchte ich Libretto- und Kompositionsaufträge an die jungen Komponisten des Landes vergeben. Sie sollen sich mit Mozart auseinandersetzen. Das kann von einer heutigen Version der 'Così fan tutte' bis zur Tekkno-Version reichen. Mozart war ja ein revolutionärer Komponist."

Ab 2006 sollen laut NEWS auch die verschiedenen Wiener Festivals organisatorisch (vermutlich nicht künstlerisch) in eine Hand gelangen. Auch hier dürften die Festwochen beauftragt werden.

In den nächsten Jahren will man empirisch ermitteln, wie sich der Bedarf nach Musicals entwickelt. Hält der Boom an, soll das Ronacher als Innenstadt-Theater für den Musical-Betrieb ausgebaut werden. Ansonsten würden die großen En-Suite-Produktionen im Raimundtheater zentriert, im Ronacher verblieben kleinere Produktionen.

Gegen Forderungen, das Ronacher mit den Rücklagen der Vereinigten Bühnen zu sanieren, wehrt sich Intendant Klausnitzer: "Die Herrschaften sollen sich um künstlerische Dinge bekümmern, nicht um wirtschaftliche, die sie nicht verstehen oder missverstehen wollen. Die Rücklagen dienen zur Abdeckung gesetzlicher Verpflichtungen, die wir eingegangen sind."

Staatsopern-Direktor Ioan Holender wendet sich in NEWS gegen den organisatorischen Gesamtzugriff der Festwochen auf das Theater an der Wien. Sein Konzept: Bespielung durch die Festwochen in ihrem derzeitigen Ausmaß, eine Produktion alter Musik aus Innsbruck, die jährliche Opernrarität der Bregenzer Festspiele, Exemplarisches von den Bundesländerbühnen und eine Produktion der Staatsoper. Im Sommer soll eine Operette gezeigt werden, wobei Holender empfiehlt, sich an die Marketing-Offensiven des Mörbischer Intendanten Serafin zu hängen und Kombinations-Tickets zu verkaufen.

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