KFV: UDS-Pflicht für LKW, Personen- und Gefahrenguttransporte

Der Unfalldatenspeicher (UDS) beeinflusst das Unfallgeschehen positiv und fördert die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten bei Lkw. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) fordert die Ausstattung mit UDS und eine rasche Einführung des elektronischen Fahrtenschreibers

Wien (OTS) - Ein Fahrzeug donnert bei rot über die Kreuzung. Es kommt zum Crash. Kein Zeuge weit und breit. Wie wird die Verschuldensfrage nun geklärt? Ein Unfalldatenspeicher (UDS) kann in diesem Fall wertvolle Hilfe leisten. Das elektronische Gerät hält relevante Daten des Kraftfahrzeugs, wie Fahrgeschwindigkeit und Beschleunigung auf Sekundenbruchteile genau automatisch oder auf Knopfdruck fest. Ebenso werden Datum und Uhrzeit exakt erfasst -Bremsverhalten und Kollisionsgeschehen können sehr genau nachvollzogen und Streitfälle geklärt werden.

Lkw-Unfälle: Übermüdet, unkonzentriert, zu schnell unterwegs

Klingt die oben erwähnte Unfallsituation - was die Verletzungsschwere betrifft - noch relativ "harmlos", schaut es bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung schon anders aus. Ein Drittel Übermüdung, ein Drittel mangelnde Konzentration, jeder zweite zu schnell unterwegs: Das ist der gefährliche "Lkw-Cocktail", der fatale Folgen nach sich zieht. Die Zahl der Unfälle mit Lkw-Beteiligung ist hierzulande alarmierend hoch, und sie enden meist tragisch: 2 von 3 Lenkern anderer Fahrzeuge werden verletzt oder ge-tötet, von den beteiligten Lkw-Lenkern werden 27% verletzt. Die Wahrscheinlichkeit, als Verunglückter bei einem Lkw-Unfall auf der Autobahn getötet zu werden, ist dop-pelt so hoch als bei einem Autobahnunfall ohne Lkw-Beteiligung.

UDS für Lenker mit besonderer Lenkerverantwortung

Ein Unfalldatenspeicher beeinflusst das Unfallgeschehen positiv und lässt Fahrer vorsichtiger werden. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicher-heit (KfV), fordert daher die verpflichtende Ausstattung mit dem UDS in einem ersten Schritt für gewerbliche Personen- und Gefahrenguttransporte, später für Lkw und letztendlich auch für Pkw: "Eine verpflichtende Ausstattung mit UDS für alle Lenker mit besonderer Lenkerverantwortung ist anzustreben. Mit dem Unfalldatenspeicher lässt sich nicht nur die Schuldfrage praktisch immer eindeutig klären. Es wird zudem das Verantwortungsgefühl des Lenkers gestärkt, was wiederum eine positive Auswir-kung auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und das Unfallgeschehen insgesamt zur Folge hat."

Frist für Tachographen

Für Lkw ab 3,5 t gilt bereits die verpflichtende Verwendung von mechanischen Ta-chographen (Tachoscheibe gibt u.a. Aufschluss über Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und Fahrgeschwindigkeit). Allerdings sind diese leicht manipulierbar. Über die verpflichtende Einführung eines elektronischen Tachographen für Lkw >3,5 t und Chipkarten für die Fahrer, die alle Daten 360 Tage zurückverfolgen können - ein Sy-stem, das als manipulierungssicher gilt -, wird derzeit im EU-Rat diskutiert. Dazu KfV- Direktor Dr. Thann: "Der jüngste Frächterskandal hat gezeigt, dass ein zügiger Abschluss der Verhandlungen über die Einführung des elektronischen Tachographen im Sinne der Verkehrssicherheit unumgänglich ist. Wir fordern eine kurze Frist für die vollständige Umstellung auf den elektronischen Tachographen, da beide Systeme nebeneinander eine Überwachung extrem erschweren werden."

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