Keine Gewinne im Handel

Obmann Lemler: Trotz verbesserter Ertragslage verdient der Handel nach wie vor zu wenig

Wien (PWK111) - "Die Ertragskraft der österreichischen Handelsunternehmen hat sich 1999/2000 gegenüber dem Vorjahr verbessert", führt Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Handels aus. Die Umsatzrentabilität, das ist der Gewinn in Prozent des Umsatzes, betrug im Handel 1999/2000 1,3% (1998/99:
0,8%). Die höchste Umsatzrentabilität erreichte der Spiel- und Sportartikelhandel, gefolgt vom Elektro- und Bekleidungshandel. "Trotzdem bleibt die Ertragskraft des Handels gering. 53% der Einzelhandelsunternehmen erwirtschaften keinen Gewinn", so Lemler weiter.

"Was den Umsatz im Einzelhandel im Jahr 2001 gegenüber 2000 betrifft, so stieg dieser um nominell 1,7%. Preisbereinigt bedeutet dies jedoch einen Rückgang um 0,6%. Ausschlaggebend war die schlechte Umsatzentwicklung im 2. und 3. Quartal 2001", resümiert Lemler.

Jahressieger 2001 waren der Lederwarenhandel und der Sportartikelhandel mit einem Umsatzplus von 5% bzw 4 %. Auch der Schuhhandel, der Papier- und Buchhandel, der Lebensmittelhandel, die Drogerien/Parfümerien, sowie der Radio-/Elektro-/EDV-/Fotohandel erreichten nominell ein positives Ergebnis. Der Möbelhandel, der Uhren- und Schmuckhandel sowie der Bau- und Heimwerkerbedarf stagnierten dagegen. "Nur im Bekleidungshandel blieben die Umsätze leicht unter den Vorjahreswerten", analysiert Peter Voithofer vom österreichischen Institut für Gewerbe- und Handelsforschung.

Für das Jahr 2002 erwartet Peter Voithofer eine zögerliche Entspannung der wirtschaftlichen Situation. Die prognostizierte Steigerung der Konsumausgaben von 1,6% ist nur realisierbar, wenn gleichzeitig die Sparquote fällt. Dennoch indizieren die Konjunkturdaten für den Handel eine bessere Entwicklung, als für andere Wirtschaftsbereiche, zeigt sich Voithofer vorsichtig optimistisch.

Eine gesetzliche Verlängerung der doppelten Preisauszeichnungspflicht hält Lemler für nicht zweckmäßig. "Die Euro-Einführung ist bisher reibungslos verlaufen und 95% der geschäftlichen Transaktionen werden bereits in Euro durchgeführt. Die Konsumenten haben die Umstellung vom Schilling auf den Euro rasch vollzogen", fasst Lemler zusammen. "Die Konsumenten werden solange kein Wertgefühl für den Euro entwickeln, solange sie sich an den Schilling-Angaben orientieren. Würde die Verpflichtung zur doppelten Preisauszeichnung bis Juni 2002 verlängert, hätten wir im Sommer dieselbe Diskussion", so Lemler abschließend. (GT)

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