Präsident Mag. Gumpinger: Geburtenrückgang hat 2001 dramatische Ausmaße angenommen - Erstmals wurden in Österreich weniger als 75.000 Geburten verzeichnet - Kinderbetreuungsgeld wird positiv wirken - Familienfreundliche Betreibe massiv vor den Vorhang stellen

St.Pölten (OTS) - 2001 sank erstmals die Geburtenrate unter 75.000 Geburten, allein im Dezember wurden 6,7% Geburten weniger verzeichnet als im Vergleichszeitraum 2000. Diese Entwicklung sei sehr besorgniserregend und bedarf einer dringenden Analyse, forderte heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger.

Eindimensionale familienpolitische Maßnahmen würden angesichts dieser dramatischen Geburtenentwicklung nicht mehr greifen. Es müsste eine Gesamtstrategie entwickelt werden, um jungen Paaren wieder Mut zu mehreren Kindern zu machen. Neben einer finanziellen Förderung sei auch eine steuerliche gerechte Behandlung von Familien mit mehreren Kindern anzustreben. Vom mit 1.1. wirksam gewordenen Kinderbetreuungsgeld erwartet sich Gumpinger einen desem Negatrivtrend entgegenwirkenden Effekt. Es erleichert sicher vielen Eltern die Entscheidung, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Weiters sind die Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Entsprechende Initiativen der Wirtschaft mit individuellen Arbeitszeitmodellen, mehr Rücksicht auf familiale Erfordernisse auch bei Führungskräften, Berücksichtigung der während der Familienarbeit erworbenen Kompetenzen bei wiedereinsteigenden Frauen, der Chance auf Teilnahme an innerbetrieblichen Weiterbildungsangeboten auch während der Familienpause müssen als Vorbild in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses durch entsprechende Werbekampagnen der Bundesregierung und der Sozialpartner gestellt werden. Individuelle Kinderbetreuungswünsche sollten ebenfalls stärker berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang forderte Gumpinger auch eine steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten.

Ausbau von Eltern-Kind-Zentren

Gründe für die fehlende Bereitschaft Kinder zu bekommen sieht Gumpinger auch einerseits in der latenten Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft insgesamt und andererseits im ständigen Hinausschieben der tatsächlichen Realisierung des Kinderwunsches bis es vom Lebensalter her zu spät ist. Kinder werden zu oft als karriere- und mobilitätsstörend und nicht als lebenssinnstiftend und als Quelle der Lebensfreude empfunden. Der Österreichische Familienbund baut als Versuch einer "Gegenstrategie" gerade ausgehend von Oberösterreich sein Netz an Eltern-Kind-Zentren aus.

Diese Zentren sollen familienstärkende Begegnungsorte für Eltern mit Kindern sein, wo man sich in Ruhe mit anderen Eltern austauschen kann, wo Elternbildung stattfindet und und wo auch stundenweise Kinderbetreuung angeboten und vermittelt wird.

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