Umweltdachverband fordert: Keine weiteren Verhandlungen mit E.ON

Österreichische Wasserkraftlösung nur ohne Atomkonzern E.ON. Wasserkraftstrom bald in Europa Mangelware und für Österreich teures Exportgut.

Wien (OTS) - Der Umweltdachverband fordert eine österreichische Stromlösung ohne die Beteiligung des Atomstromkonzerns E.ON. Eine echte österreichische Wasserkraftlösung kann laut Umweltdachverband nur so aussehen:

1. Die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Wasserkraftstrom muss vorrangiges Ziel der österreichischen Politik sein. Sie muss dafür sorgen, dass Strom aus Wasserkraft nur in solchem Ausmaß exportiert werden darf, als er nicht für den Inlandsverbrauch nutzbar ist. Diese Vorgangsweise ist unabdingbar, will Österreich eine konsequente und glaubhafte Anti-Atompolitik in Europa vertreten.

Um das zu erreichen, bedarf es einer "österreichischen Wasserkraftlösung" als Fundament einer starken und unabhängigen Stromwirtschaft. Eine derartige Lösung schließt den Verkauf von Wasserkraftwerken oder von Verfügungsrechten über Wasserkraftstrom aus und erfordert, dass Bund und Länder vorerst weiterhin Mehrheitseigentümer der großen Energiegesellschaften bleiben.

2. Die Landesenergiegesellschaften verpflichten sich, den Wasserkraftstrom vom Verbund zu marktüblichen Preisen abzunehmen, um eine breite Versorgung ihrer Kunden mit erneuerbarem Wasserkraftstrom zu garantieren und zusätzliche Atomstromimporte nach Österreich weitestgehend auszuschließen. (= 1. Phase der Österreichlösung).

Zur Information: Der Jahresstromvertrieb der fünf Stromunternehmen der Energie Allianz (Wienstrom, EVN, EAG-OÖ, Linz-AG, BEWAG) entspricht mit 25.000 GWh ca. der gesamten Jahresproduktion der Verbundgesellschaft an Wasserkraft.
Neben dem Kooperationsvertrag zwischen Verbund und Landesenergiegesellschaften über einen gesicherten Absatz und eine bevorzugte Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Wasserkraftstrom, soll mittelfristig eine Zusammenarbeit zwischen Verbund und Landesgesellschaften in den Sparten Produktion, Handel und Vertrieb realisiert werden.

3. Eine österreichische Wasserkraftlösung hätte auch eine zusätzliche ökologische Perspektive: ein verstärktes Engagement im Bereich der neuen alternativen Energieerzeugungstechnologien (etwa Wind, Biomasse, Biogas und Photovoltaik) unter Ausschöpfung aller Synergien. Die verantwortungsvolle Nutzung des gesamten Angebots der erneuerbaren Energien Österreichs liegt im besonderen Interesse einer umweltfreundlichen heimischen Energieversorgung.

Strom aus Wasserkraft wird in den nächsten Jahren in ganz Europa zum gefragten Gut, da die EU-Mitgliedsstaaten die Klimaschutzverpflichtungen und die EU-Richtlinie zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfüllen müssen. Neben der Deckung des Inlandsbedarfes wird somit Wasserkraftstrom zum teuren Exportschlager werden, so der Umweltdachverband. Mit dem E.ON Deal vergibt sich aber Österreich diese Chance, da Wasserkraftstrom in ganz Europa Mangelware ist.
Fazit: Eine österreichische Zwischenlösung, die kurzfristig eint, aber schon jetzt an eine größere Morgengabe an die E.ON denkt, ist nicht sinnvoll. Eine echte österreichische Stromlösung kann nur dann zustandekommen, wenn die Verhandlungen des Verbundes mit dem deutschen Atomkonzern E.ON sofort abgebrochen werden, appelliert der Umweltdachverband. Unsere Energiewirtschaft unter deutschen Einfluss zu bringen, kann jedenfalls nicht Ziel der österreichischen Energiepolitik sein!

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