- 12.02.2002, 10:28:38
- /
- OTS0059 OTW0059
ERSTER BERICHT ÜBER DIE RAUMBEWIRTSCHAFTUNG DES BUNDES Bruttomieten der Ressorts betrugen 2001 insgesamt 11 Mrd. S=
Wien (PK) - Addiert man die Flächen der Räume, in denen die
Einrichtungen des Bundes, insbesondere die Dienststellen der
Ministerien ihre Aufgaben erfüllen - Büros, Schulen, Labors,
Kasernen, Gerichte, Gefängnisse u.a. -, kommt man auf etwa
11 Millionen Quadratmeter. Für die Bruttomieten (inklusive
Betriebskosten und Umsatzsteuer) wurden im Jahr 2001 rund 11 Mrd.
S aufgewendet. Die Reinigung der Räume kostete 2,7 Mrd. S. Die
Energiekosten betrugen im zuletzt erhobenen Jahr 1999 1,8 Mrd. S,
wovon nahezu 900 Mill. S auf die Raumheizung entfielen. - Diese
Daten sind dem Raumbericht 2001 zu entnehmen, den der
Wirtschaftsminister kürzlich dem Nationalrat vorgelegt hat (III-
138 d.B.).
Dieser neue, erstmals erstellte Bericht über die
Raumbewirtschaftung des Bundes zählt zu den Instrumenten der
Verwaltungsreform im Bereich der bundeseigenen Immobilien. Im
Interesse eines transparenten und kostenbewussten Raummanagements
wurden im Jahr 2000 1.400 bundeseigene Liegenschaften sowie 3.500
Bestandsobjekten in das Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft
(BIG) übertragen. Daraufhin hat die BIG mit den Nutzern, den
einzelnen Ressorts, Mietverhältnisse für 4,2 Mill. m2 Nutzfläche
begründet, darunter auch für jene Flächen, die der BIG schon seit
1992 zum Fruchtgenuss übertragen worden waren.
Im Zuge dieser Umstrukturierung übernahm das
Verteidigungsministerium im April 2000 vom
Wirtschaftsministerium, das bis dahin die Verwaltung fast aller
bundeseigenen Liegenschaften besorgte, die Zuständigkeit für alle
militärisch genutzten Liegenschaften einschließlich des
Heeresgeschichtlichen Museums sowie die damit befassten 1.240
Bediensteten und die diesbezüglichen Budgetmittel. Die im
Wirtschaftsressort verbliebenen 670 Bediensteten der
Gebäudeverwaltung wurden organisatorisch zur
"Bundesgebäudeverwaltung Österreich" zusammengefasst. Im
Wirtschaftsressort verblieb auch die Bau- und
Liegenschaftsverwaltung der 60 historischen Objekte mit 500.000
m2 Nutzfläche, die nunmehr von der "Burghauptmannschaft
Österreich" mit einer Zweigniederlassung in Tirol besorgt wird.
Ziel der Reform ist möglichst zweckmäßige und kostengünstige
Raumbewirtschaftung. Basis hiefür ist eine zentrale Datenbank mit
allen Informationen über die zur Verfügung stehenden Ressourcen
und über den Raumbedarf. Mit dem Aufbau einer solchen
raumgenauen, bundesweiten, ressortübergreifenden
Immobiliendatenbank zum Zweck der Erstellung eines jährlichen
Bedarfsplanes für die Raumnutzungen der Ressorts, hat der
Nationalrat den Wirtschaftsminister im Bundesimmobiliengesetz
2000 beauftragt. Sowohl die BIG als auch die raumnutzenden
Organisationen müssen die erforderlichen Daten zur Verfügung
stellen, wobei für militärisch und sicherheitspolizeilich
genutzte Liegenschaften und die diesbezüglichen Daten
Sonderbestimmungen gelten.
AUS DEN DETAILS DES BUNDESRAUMBERICHTS
Im Einzelnen sind die Daten des Raumberichts nach den
Hauptgruppen "Personal", Flächen" und "Kosten" gegliedert. So
gibt der Bericht bekannt, dass die von allen Organen des Bundes
beanspruchte Nutzfläche rund 11 Mill. m2 groß ist. 44 % davon
werden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
sowie 24 % vom Verteidigungsministerium genutzt, dann folgen das
Innen- und das Justizressort mit 8 bzw. 6 % der Gesamtfläche.
Einer Aufstellung der Bruttomietzahlungen (Hauptmietzins
inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer), die im Jahr 2001 an
die BIG oder an bundesfremde Dritte geleistet wurden, ist zu
entnehmen, dass mehr als 85 % der Gesamtkosten von rund 11 Mrd. S
auf vier Ressorts (Bildung, Wissenschaft und Kultur; Inneres;
Justiz sowie Finanzen) entfallen. Die weitaus größten Beträge
benötigen die Schulen mit 3,8 Mrd. S oder 34 % und die
Universitäten mit 3,5 Mrd., S oder 31 %. Die im Verhältnis zur
genützten Fläche geringen Mietzahlungen des Verteidigungsressort
sind durch den großen Anteil der Eigenverwaltung zu erklären, bei
der keine Mieten anfallen.
REINIGUNGSKOSTEN
Der Leser des Berichts erfährt weiters, dass die Reinigungskosten
für die vom Bund benützten Gebäude und Räumlichkeiten im Jahr
2001 2,7 Mrd. S ausmachten. Die durchschnittlichen
Reinigungskosten/m2 lagen mit 421,7 S im Innenressort am
höchsten, im Verteidigungsressort mit 188,7 m2 am niedrigsten -
was dem Einsatz der Grundwehrdiener zu danken ist.
Für die Zukunft ist geplant, die Reinigungskosten auch einem
internationalen Vergleich zu unterziehen und zu berücksichtigen,
wie groß der Anteil der Nutzungsgruppen "Verkehrsfläche",
"Bürofläche", "Sanitärfläche" sowie "Werkstatt und Labor" an der
jeweiligen Gesamtfläche ist, da die Art der Nutzung
entscheidenden Einfluss auf die Reinigungskosten hat.
ENERGIEKOSTEN
1999 wurden im Bereich des Bundes 2.021 Gigawattstunden Energie
verbraucht. Das entspricht etwa dem Energieverbrauch der Städte
Klagenfurt und Innsbruck. Davon dienten 1.501 Gigawattstunden der
Beheizung von insgesamt 65 Mill. m3 Räumlichkeiten. Die
Gesamtkosten werden im Raumbericht des Wirtschaftsministers mit
1,8 Mrd. S beziffert. Die größten Energieverbraucher unter den
einzelnen Ressorts waren im Jahr 1999 das damalige Wissenschafts-
und Verkehrsministerium mit 25 % des Gesamtverbrauchs, das
Verteidigungsministerium mit 22 % und das Unterrichtsministerium
mit 21 %.
AUSBLICK
Der Wirtschaftsminister räumt ein, dass sich die zentrale
Datenbank für die Raumbewirtschaftung des Bundes noch im Aufbau
befinde und der erste Raumbericht auf unvollständigem und nicht
immer abgesichertem Datenmaterial beruhe. Er sieht daher in der
Vervollständigung, Detaillierung, Aktualisierung, Absicherung und
Konkretisierung des erforderlichen Datenmaterials eine
Kernaufgabe für die Zukunft. Überdies beabsichtigt Minister
Bartenstein, künftige Berichte durchgängig nach den einzelnen
raumnutzenden Organisationen zu gliedern, um so zur Darstellung
vergleichbarer Beurteilungskennziffern zu gelangen.
Gleichzeitig will der Wirtschaftsminister sicherstellen, dass die
einzelnen Raumnutzer die für ihre Zwecke selbst entwickelten
Applikationen weiterhin nutzen und an die neue Datenbank
ankoppeln können. Außerdem sollen in die Haushaltsverrechnung des
Bundes entsprechende Kostengliederungen eingeführt und diese mit
der Immobiliendatenbank verknüpft werden.
INTERNATIONALES BENCHMARKING
Bei der Erstellung des Raumberichtes orientiert sich der
Wirtschaftsminister an ausländischen Erfahrungen. Auch in den
Vergleichsländern Deutschland, Baden-Württemberg und Schweiz
befindet sich die Herausgabe regelmäßiger Publikationen erst im
Aufbau. Internationale Experten sind sich einig, dass die
Ausarbeitung geeigneter Kennziffern die Grundlage für ein
Benchmarking und Einsparungen bei der Ressource "Raum" darstellt.
Derzeit scheitern Datenvergleiche noch an nicht einheitlichen
Darstellungen und unterschiedlichen Kostenberechnungen. Die
Ausarbeitung und Entwicklung internationaler Standards wird als
wünschenswert bezeichnet. (Schluss)
Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA/






