Pirklhuber: Motto der Forstgesetznovelle: Jedem Waldbesitzer seine Bauparzelle

Grüne befürchten Rodungen, Personalabbau und ungebremsten Forststrassenausbau

Wien (OTS) "Wenn dieser Entwurf durchgeht, dann droht eine Flut von Rodungsanmeldungen für den Bau von Jagdhütten, Wochenendhäusern und Betriebsansiedlungen", kritisiert der Land- und Forstwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, vor der heutigen Sitzung des Landwirtschaftsausschusses, in dem auch das Forstgesetz auf der Tagesordnung steht. "Bisher mußte ein öffentliches Interesse glaubhaft gemacht werden, um den Wald roden zu dürfen. Dieser Grundsatz wird nun auf den Kopf gestellt, denn ab jetzt muß das öffentliche Interesse an der Walderhaltung glaubhaft gemacht werden, um Rodungen zu verhindern," so Pirklhuber

"Der nun dem Ausschuss vorgelegte Abänderungsantrag der ÖVP sieht nun sogar für Rodungen bis zu 1000 m² nur mehr Anzeigepflicht vor. Damit kann jedes ordentliche Rodungsverfahren grundsätzlich umgangen und Bauparzellen in Wäldern und Waldrändern möglich werden, so Pirklhuber. Gemeinden und Grundstücksanrainer haben keine Einspruchsmöglichkeit mehr.

"Stark negative Auswirkungen hätte die Umsetzung dieses Entwurfes auch auf die Bestellungspflicht von Forstpersonal", so Pirklhuber. Das derzeitige Forstgesetz 1975 schreibt nämlich eine Pflichtanzahl von Forstpersonal in Abhängigkeit von der Waldfläche des Forstbetriebes vor. Die der Pflichtanzahl zugrunde liegende Waldfläche soll laut Gesetzesentwurf in Zukunft doppelt so groß sein. Das bedeutet, dass in Forstbetrieben Fachleute nicht nur wegrationalisiert, sondern auch, dass fast keine Fachleute im Wald mehr eingesetzt werden müssen", kritisiert Pirklhuber.

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