Postvorstand setzt eindeutige Schritte zur ZERSCHLAGUNG der Post AG

Kapitalvertreter im AR stimmen trotz drohendem Defizit von mehr als € 250 Mio. für die Neuorganisation !!!

Wien (GPF/ÖGB). Der Aufsichtsrat der Post AG beschließt in der Aufsichtsratssitzung vom 11.2.2002 mit den Stimmen der Kapitalvertreter unter dem Grundsatz der Prozessgeschlossenheit die neue Spartenorganisation der Österreichischen Post AG.++++

Diese Spartenorganisation sieht die Zerschlagung der Post AG in fünf Geschäftsfelder und sieben Serviceeinheiten vor. Alle diese Geschäftsfelder und Serviceeinheiten sollen nach dem Willen des Postvorstandes eine weitgehende Selbständigkeit erhalten. Der vom Vorstand ausgegebene Grundsatz der Prozessgeschlossenheit in jedem Geschäftsfeld und in jeder Serviceeinheit führt zur Zerschlagung bisheriger Synergien und zu einer Kostenexplosion für das Gesamtunternehmen Post AG.

Die Arbeitnehmervertreter haben dem Vorstand und allen Aufsichtsräten Berechnungen für jedes Geschäftsfeld, jede Serviceeinheit und die gesamte Post AG zur Verfügung gestellt, die belegen, dass die vom Vorstand geplante Spartenorganisation bei der geplanten Umsetzung zu einem jährlichen Betriebsabgang für das Gesamtunternehmen von mehr als € 250 Millionen führt. Die vorgelegte Unterlage konnte in der Aufsichtsratssitzung vom Postvorstand weder entkräftet noch widerlegt werden.

Alle Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Post AG haben daher gegen die Änderung der Geschäftsverteilung des Vorstandes gestimmt.

Unverantwortlich ist aus Sicht der Arbeitnehmervertreter vor allem die Zustimmung der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat, die trotz völlig unzureichender Unterlagen des Postvorstandes, für die Änderung der Geschäftsverteilung des Vorstandes gestimmt haben.

Die Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokratischen Gewerkschafter (Gerhard Fritz), der Christgewerkschafter (Manfred Wiedner) und der Freiheitlichen Arbeitnehmer (Johann Weinberger) in der zentralen Personalvertretung der Post AG stellen fest, dass in der für 12.2.2002 anberaumten Zentralausschuss-Sitzung über die weitere Vorgangsweise beraten wird.

In jedem Fall wird die Personalvertretung alle arbeitsrechtlichen und gewerkschaftlichen Möglichkeiten ausschöpfen.

ÖGB, 11. Feber 2002
Nr. 124

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