Volksoper Wien - 19. Februar 2002: Falstaff von Giuseppe Verdi

"Lustiger, ewiger, wahrer Schurke, unter verschiedenen Masken zu allen Zeiten, allen Orten." Ein Zettel Verdis in seiner Partitur, ca. 1892

Wien (OTS) - "Falstaff", das geniale Spätwerk Giuseppe Verdis, wurde im Februar 2000 zum ersten Mal in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln an der Volksoper Wien aufgeführt. Der schwedische Regisseur und designierte Intendant des Nationaltheaters "Dramaten" in Stockholm Staffan Valdemar Holm gab damit sein Regiedebüt in Österreich. Die Ausstattung stammt von Bente Lykke Møller. Dirigieren wird der Japaner Tetsuro Ban, der seit 1998 Kapellmeister an der Komischen Oper in Berlin ist, und mit dieser Produktion sein Volksoperndebüt geben wird. In der Titelpartie des zügellosen Lebemanns Sir John Falstaff können Sie Weltstar KS Bernd Weikl erleben, der in dieser Rolle bereits weltweite Erfolge feiern konnte, und sie nun zum ersten Mal auch in der Volksoper Wien singen wird. Weiters singen: Althea-Maria Papoulia (Mrs. Alice Ford), Hiroko Kouda (Nannetta/Rollendebüt), Malgorzata Walewska (Mrs. Quickley), Mariselle Martinez (Mrs. Meg Page/Rollendebüt), Vladimir Stoyanov (Ford), Dario Schmunck (Fenton), Adolf Dallapozza (Dottore Cajus), Stephen Chaundy (Bardolfo), Noé Colin (Pistola).

"Falstaff" - 1893 an der Mailänder Scala uraufgeführt - zählt sowohl dank des Librettos von Arrigo Boito als auch dank der Musik zu den erstaunlichsten Leistungen der Operngeschichte. Den Meisterschöpfungen auf dem Gebiet der ernsten Oper läßt Verdi am Ende seines Schaffens, fast achtzigjährig, eine opera buffa, genauer eine commedia lirica, folgen. "Falstaff" ist eine stilistische Meisterleistung, die nur einem Künstler gelingen kann, der am Ende seiner Karriere mit heiterer Abkehr und melancholischem Lächeln genau die Leidenschaften betrachten kann, die die Figuren aller seiner anderen Opern beherrscht hatten: war dort alles Leiden und Mühe und Mitleid, so entschied er sich nun für die olympische Betrachtungsweise und das intellektuelle Spiel, gepaart mit einer großen Portion Humor.

Sir John Falstaff ist ein Mensch, der "aus dem Bauch heraus" lebt, mental und körperlich, dazu ein Beispiel an Selbstgefälligkeit. Er glaubt, zwei Frauen gleichzeitig verführen zu können, um auf diesem Wege an das Geld ihrer Männer zu kommen. Diese Mischung aus Selbstüberschätzung und Naivität machen ihn menschlich und anrührend. Doch sowohl die Frauen als auch die Männer decken unabhängig voneinander seinen Plan auf, und versuchen nun ihrerseits, Falstaff eine Falle zu stellen ... Am 9.7.1889 schreibt der Librettist Arrigo Boito an Verdi: "Es gibt nur einen Weg, um noch besser als mit "Otello" zu endigen: der glorreiche Abschluß mit Falstaff. Nachdem wir Schreie und Klagen im menschlichen Herzen geweckt haben, nun mit berstendem Gelächter schließen! Das wird alle umwerfen." Einen Tag später antwortet Verdi: "Lieber Boito, Amen; und so sei es! Machen wir also "Falstaff"!"

Weitere Termine mit wechselnder Besetzung:

24., 28. Februar 2002 (mit Bernd Weikl als Falstaff)
9., 15. März 2002 (mit Wicus Slabbert als Falstaff)

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