Sterbekarenz: ÖGB-Frauen fordern finanzielle Absicherung

Wien (ÖGB). Weitergehende Maßnahmen als im Gesetzesentwurf vorgesehen fordern die ÖGB-Frauen in Sachen Sterbekarenz. "Wir stimmen mit der Hospiz-Bewegung und den kirchlichen Organisationen überein, dass die stationären und ambulanten Einrichtungen ausgebaut werden müssen, damit es nicht zu einer Überforderung der Pflegenden kommt. Zusätzlich ist aber auch eine finanzielle Abgeltung der Pflegenden nötig", erklärt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits.++++

Grundsätzlich begrüßen die ÖGB-Frauen, dass eine gesetzliche Möglichkeit zur Freistellung für die Betreuung sterbender Angehöriger geschaffen wird. Ohne finanzielle Absicherung bleibe die Karenz aber ein Luxus, den sich nur wenige leisten könnten. "Es werden dann zudem wieder die Frauen sein, von denen man die Übernahme der Pflege einfordert. Schließlich verdienen sie im Normalfall weniger als die Männer, weshalb sich die Familien im Notfall eben für den Wegfall der Fraueneinkommen entscheiden werden", befürchtet Csörgits.

Die Sterbekarenz muss finanziell abgesichert werden. Die Rückverlagerung der Verantwortung für kranke und ältere Menschen in den Schoß der Familie, allein um die Betreuung wieder zur Privatsache zu erklären und möglichst billig zu halten, lehnen die ÖGB-Frauen dagegen ab. (mfr)

ÖGB, 11. Feber 2002
Nr. 123

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