Schicker: "Sicher zur Schule in Wien"

Innovative Maßnahmen für mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr - Kooperation von Stadt Wien und KfV

Wien, (OTS) Der Trend bei Schulwegunfällen ist zwar erfreulich, dennoch werden österreichweit noch immer rund 20 Schulklassen pro Jahr am Schulweg verletzt oder getötet. Wien kann auf eine positive Entwicklung bei Verkehrsunfällen mit Kindern verweisen: Waren 1985 noch 185 Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt, wurden im Jahr 2000 "nur" mehr 65 Kinder verletzt - noch immer 65 zu viel. Wiens Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, DI Rudolf Schicker, setzt nun weitere innovative Maßnahmen, um die Sicherheit unserer Kinder weiter zu erhöhen. In einer Kooperation zwischen ExpertInnen des KfV -Kuratorium für Verkehrssicherheit und der MA46 werden heuer drei Pilotprojekte getestet, die in Österreich erstmalig umgesetzt werden und die Stadtrat Schicker am Montag gemeinsam mit dem Direktor des KfV, Dr. Othmar Thann, dem Leiter der Gruppe "Verkehrssicherheit" in der MA 46 sowie Edith Schreiber, Jugendombudsfrau der MA 46, präsentierte. Gleichzeitig kritisierte der Stadtrat neuerlich die massiven Einsparungen im Bereich der Exekutive sowie der Zivildienerposten in Wien und appellierte an Innenminister Strasser, auch im Sinne der Verkehrssicherheit die Ausbildung von PolizistInnen zu forcieren.****

Seit 1991 ist die Anzahl der Unfälle mit beteiligten Schulkindern (6-15 J.) österreichweit von 650 auf 537 im Jahr 2000 gesunken. Das heißt aber auch - bildhaft gesprochen - dass noch immer pro Jahr rund 20 Schulklassen am Schulweg verletzt oder getötet werden. Vor allem kleine FußgeherInnen leben gefährlich:
Österreichweit sind 57% aller im Straßenverkehr verletzten oder getöteten Kinder zu Fuß unterwegs sind, gefolgt von RadfahrerInnen (28%) und Kfz-Insassen (15%). In Wien sind sogar 95% der an Unfällen beteiligten Kinder zu Fuß unterwegs.

"Gefahrenstelle Schutzweg entschärfen"

Wie Dr. Thann betonte, geben in Wien 89% der befragten Schüler an, immer bzw. häufig zu Fuß zur Schule zu gehen. Im Vergleich zum ländlichen Bereich - hier werden 71% immer oder häufig mit dem Pkw zur Schule gebracht - ist es vor allem in Wien wichtig, die Schulwege sicherer zu gestalten. "28% der verunfallten Schulkinder verunglücken zu Fuß am Schutzweg. Ein Grund mehr, die Gefahrenstelle Schutzweg zu entschärfen, damit Kinder gesehen werden und nicht hinter Autos verschwinden. Wir müssen Kindern mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Daher sind auch Maßnahmen, wie Gehsteige vorzuziehen und Zebrastreifen besser hervorzuheben, immens wichtig", erklärt KfV-Direktor Dr. Thann. Im Kreuzungsbereich verunglücken immerhin 34% der verunfallten SchülerInnen als FußgeherInnen und 37% mit dem Rad:
"Hier müssen die Sichtbeziehungen stimmen. Für Schüler, die mit dem Rad kommen, können eigene Radfahranlagen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kfz mitunter lebensrettend sein", führte Thann weiter aus.

"Innovative Pilotprojekte für die Sicherheit unserer Kinder"

Stadtrat Schicker hob hervor, dass die ExpertInnen der MA46 mit der gezielten Entschärfung von Unfallstellen schon bisher einiges für die Schulwegsicherheit erreichen konnten. "Auch die Arbeit in der direkten Betreuung und Bewusstseinsbildung trug in den letzten Jahren wesentlich zum Erfolg der Wiener Verkehrssicherheitsarbeit bei", so Schicker. Für die MA46-Gruppe "Verkehrssicherheit" ist DI Bernd Skoric verantwortlich, die direkte Betreuung von Kindern und Schulen hat die Jugendombudsfrau, Edith Schreiber, über. Gerade die Funktion der Jugendombudsfrau hob Schicker besonders hervor - hier können sich alle Betroffenen - Kinder, Eltern, Lehrer etc. - in sämtlichen Fragen der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche wenden. Erreichbar ist die Jugendombudsfrau unter 4000/9200 bzw. e-mail:
sch@m46.magwien.gv.at.

2002 geht Stadtrat Schicker einen mutigen Schritt weiter: Gleich drei Pilotprojekte, die in Österreich einmalig sind, sollen die Schulwege unserer Kinder noch sicherer machen:

o Schulweg - Schrankenanlage: Diese österreichweit einmalige Innovation ist in Wien bereits am Leberberg für die Linie 71 im Probebetrieb. Ziel ist es, Kreuzungen mit Straßenbahnen für kleine FußgeherInnen noch sicherer zu gestalten.
o "Leiter"-Schutzweg: Der klassische "Zebrastreifen" wirkt
optisch eher beschleunigend auf AutofahrerInnen (Längs-
statt Querstreifen!). In Kooperation mit dem KfV wird nun
in Wien erstmals der Leiter-Schutzweg getestet, der zwei Querbalken vor und nach dem Schutzweg aufweist. In Vor- und Nachuntersuchungen (unmarkiert -markiert) soll getestet werden, wie sehr sich Geschwindigkeit und Anhaltewahrscheinlichkeit der AutofahrerInnen verändern.
o Schulweg-Pläne: Um Schulweg-Unfälle einzudämmen, ist eine Untersuchung geplant, die vor Volksschulen Problembereiche aufdeckt, Maßnahmen ableitet und in der Folge einen
Schulwegplan erstellt. Dieser Plan zeigt den sichersten Weg zur jeweiligen Schule und soll für LehrerInnen, Eltern und Kinder gleichermaßen eine Hilfe für mehr Sicherheit sein. Für das Schuljahr 2002/03 ist vorerst für drei bis fünf Schulen die Erstellung solcher Pläne als Pilotprojekt vorgesehen.
(Schluss) gb

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