Damianisch: Intakte Wachstumschancen für Industriekonjunktur

Export trotzt Konjunkturflaute - Stabilisierung der Auftragseingänge - Feinabstimmung in Konjunkturpolitik für Wiederbelebung notwendig

Wien (PWK107) - "Die wesentlichen Konjunkturindikatoren in Österreich unterstreichen die positiven Wachstumsdaten der heimischen Konjunktur und machen wieder Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Verantwortlich dafür zeichnen die Stabilisierung der Auftragseingänge und die wieder anspringende Konjunktur in den USA", sagte heute, Montag, Dr. Wolfgang Damianisch, der neue Geschäftsführer der Bundessparte Industrie der WKÖ, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorstand des Industriewissenschaftlichen Institutes, Dr. Werner Clement, zur Industriekonjunktur. Clement betonte, dass der Indikator für die wirtschaftliche Einschätzung in der EU zwar wieder um 0,5% gefallen sei, jedoch weitaus geringer ausfalle, als in den vorangegangenen Monaten. In den großen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Spanien habe sich der Wert verschlechtert, während er in Österreich, Schweden, Dänemark, Italien, England, Holland und Griechenland bereits wieder ein leichtes Plus aufweise.

Um die Chancen für eine Wiederbelebung der Industriekonjunktur optimal zu nutzen, müsse aber in der zukünftigen Konjunkturpolitik eine Feinabstimmung zwischen der Geld-, Fiskal-, Lohn- und Strukturpolitik erfolgen, so Clement. Für Damianisch zähle hierzu nicht nur die Einhaltung von Zusagen, wie z.B. im Bereich der Reduzierung der Lohnnebenkosten oder die Umsetzung der Abfertigung Neu, sondern auch die weitere Deregulierung der Märkte für leitungsgebundene Energieträger, Wettbewerb in der Gaswirtschaft und keine überhöhten Leitungsgebühren oder unsachliche Durchleitungszuschläge für günstigere Stromangebote. "Konsistente und verlässliche Technologiepolitik ist gefragt", so Damianisch.

Erfreulich für die österreichische Industrie sei jedenfalls die Stabilität der Exportquoten, die auch im letzten Quartal 2001 noch bei einigen Fachverbänden (z.B. Holz-, Leder-, Stahlbau- und Metallwarenindustrie) angedauert habe. "Das zeigt deutlich, dass Österreich die Flaute der Konjunktur halbwegs gut bewerkstelligt hat", so Damianisch.
Für 2002 könne daher, unterstützt durch die Prognosen des Wirtschaftsforschungs-instituts, zum gesamten Wirtschaftswachstum mit leicht nach oben gerichteten Tendenzen gerechnet werden. Von zu großem Optimismus könne aber nicht ausgegangen werden, "denn die Risikofaktoren, wie ein schwaches Wachstum des Welthandels sowie ein geringeres Produktivitätswachstum als in den neunziger Jahren, können noch immer die positiven Ansätze im Keim ersticken", meinte Clement.

Im Bereich der Produktion würden sieben Fachverbände wie im Vorquartal eine stabile Produktion ausweisen (Elektro- und Elektronik-, Fahrzeug-, Glas-, ledererzeugende-, lederverarbeitende-, Papierindustrie sowie der Bergbau). 12 Fachverbände hätten eine rückläufige, und nur der Fachverband Nahrungs- und Genussmittelindustrie meldet eine steigende Produktion.

Bei den Auftragseingängen habe sich die Situation leicht verbessert, da zwei Fachverbände (Textil- und die ledererzeugende Industrie) wieder eine Steigerung ausweisen würden. Sechs Fachverbände hätten über befriedigende, wenn auch gleichbleibende Auftragseingänge berichtet (Elektro- und Elektronik-, Glas-, ledererzeugende, lederverarbeitende, Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie Bergbau). Rückläufig seien die Auftragseingänge noch immer bei 12 Fachverbänden (Bau-, Bekleidungs-, Stahl-, chemische-, Fahrzeug-, Gießerei-, Holz-, Maschinen- und Stahlbau-, NE-Metall-, Metallwaren-, Papier-, Papier- und Pappe verarbeitende , sowie die Stein- und keramische Industrie). "Die Bauwirtschaft ist vom Konjunktureinbruch stärker gezeichnet als die übrige industrielle Produktion, weil das Auftragsvolumen durch die Zurückhaltung der öffentlichen Hand deutlich eingebrochen ist", sagte Damianisch.

Nicht zufrieden sei die Industrie mit der Entwicklung der Arbeitskosten, die im internationalen Spitzenfeld liegen würden und von 1980 bis 2000 von EUR 8,37 auf EUR 19,65 je Stunde gestiegen seien. "Dass dies nicht zur Wettbewerbsverbesserung unserer Industriebetriebe beigetragen hat ist evident, und wird auch vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und dem WIFO bestätigt", so Damianisch. Der Beschäftigtenstand der Industrie habe 2001 geringfügig um rd. 0,3% auf rd. 431.000 abgenommen.

In der Frage der EU-Erweiterung unterstrich Damianisch deren Bedeutung für die österreichische Industrie. Im Jahr 2000 habe es eine Steigerung der Einfuhren um 27,7 % und der Ausfuhren um 19,3 % gegeben. Die Investitionen Österreichs in Osteuropa seien von EUR 1 Mrd. auf 2,3 Mrd. gestiegen. "Allein in Tschechien haben heimische Unternehmen rd. EUR 0,9 Mrd. investiert. Das ist mehr als die getätigten österreichischen Investitionen in der gesamten 15-er EU im Jahr 2000 (rd. EUR 0,64 Mrd.)", betonte der Bundesspartengeschäftsführer. (us)

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