Basel II: Bundeskreditsparte begrüßt mögliche Verschiebung auf 2006

Pichler: Einführung von Basel II macht eingehende Beratung erforderlich

Wien (PWK106) - "Angesichts der weitreichenden Auswirkungen, die
mit den neuen internationalen Eigenkapitalregeln Basel II für Banken und Wirtschaft verbunden sind, sind ins Detail gehende Untersuchungen über die tatsächlichen Auswirkungen in den einzelnen Bereichen und ausführliche Beratungen unbedingt erforderlich", stellt der Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich, Herbert Pichler, zur Diskussion über eine Verschiebung von Basel II fest.

Die Bundeskreditsparte begrüßt jedenfalls eine mögliche Verschiebung von Basel II auf das Jahr 2006 als richtigen Schritt und betont dazu, dass eine umfassende Vorberatung und eine entsprechende Vorbereitungszeit Vorrang vor einem Einführungszeitpunkt 2005 haben müssen. Wenn die 3. Konsultationsphase auf Ende 2002 verschoben wird, dann kann der bisherige Zeitplan angesichts der notwendigen Vorlaufzeiten nicht gehalten werden.

Dass sich die Eigenkapitalunterlegung der Banken in Hinkunft verstärkt am tatsächlichen Risiko orientieren muss, wird von der österreichischen Kreditwirtschaft als den internationalen Standards entsprechend grundsätzlich begrüßt. Unabhängig davon, hält sie aber an ihren inhaltlichen Hauptforderungen fest:

Keine höhere Eigenkapitalverpflichtung für Kreditinstitute insgesamt. Keine Benachteiligung längerfristiger Kredite.

Keine Eigenkapitalverpflichtung für erwartete Verluste, weil sie bereits im Preis berücksichtigt sind.

Weitergehende Anerkennung banküblicher Sicherheiten als risikomindernd.

Erleichterung für KMU-Finanzierung.

KMU-Kredite sollen als Retailkredite eingestuft werden.

Angesichts immer detaillierterer Vorgaben muss Basel II so gestaltet werden, dass die Verpflichtungen auch von kleineren und mittleren Kreditinstituten erfüllt werden können.

Den Kreditinstituten muss die Möglichkeit gegeben werden, von der Anwendung des internen Ratingansatzes auch nur teilweise Gebrauch machen zu können.

Die Berücksichtigung operationaler Risken darf nicht zu einer insgesamt höheren Eigenkapitalbelastung führen.

Die überzogenen Offenlegungsanforderungen müssen auf das bankaufsichtlich notwendige Maß beschränkt werden. Vermeidung der Gefahr der Offenlegung von Einzeldaten.

Darüber hinaus werden auch die Rahmenbedingungen für die österreichische Umsetzung an das neue System angepasst werden müssen. "Dabei werden die nur in Österreich bestehende Kreditvertragsgebühr und die gegenüber Deutschland deutlich höhere Grundbucheintragungsgebühr angesichts der höheren Bedeutung von Sicherheiten jedenfalls zur Diskussion stehen", betont Pichler. (Ne)

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4599
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK