Wie kommt mein Kind sicher in die Schule?

20 Schulklassen pro Jahr am Schulweg verletzt oder getötet. Stadt Wien und KfV wollen Schutzwege sicherer gestalten. In Pilotprojekten werden Bodenmarkierungen und Schulwegpläne getestet

Wien (OTS) - Die Angst der Eltern, dass ihrem Nachwuchs am
Schulweg etwas zustoßen könnte, ist groß. Wie eine Erhebung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ergab, sind die Motive, warum Eltern ihre Sprösslinge zur Schule begleiten, in erster Linie die kinderunfreundliche Gestaltung des Verkehrsraums (gefährliche Kreuzungen, stark befahrene Straßen). Diese Angst ist auch nicht unbegründet. Zwar sind Unfälle mit beteiligten Schulkindern (6-15 J.) österreichweit seit 1991 von 650 auf 537 im Jahr 2000 gesunken. Dennoch werden - bildhaft gesprochen - pro Jahr 20 Schulklassen am Schulweg verletzt oder getötet. Vor allem die kleinen Fußgänger leben gefährlich: Österreichweit werden 57% der verunfallten Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, verletzt oder getötet, gefolgt von Radfahrern (28%) und Kfz-Insassen (15%). Die Zahlen in Wien wirken noch drastischer, weil 95% der an Unfällen beteiligten Kinder zu Fuß unterwegs waren.++++

"Gefahrenstelle Schutzweg entschärfen"

In Wien geben 89% der befragten Schüler an, immer bzw. häufig zu Fuß zur Schule zu gehen. Im Vergleich zum ländlichen Bereich - hier werden 71% immer oder häufig mit dem Pkw zur Schule gebracht - ist es vor allem in Wien wichtig, die Schulwege sicherer zu gestalten. "28% der Schulkinder verunglücken zu Fuß am Schutzweg. Ein Grund mehr, die Gefahrenstelle Schutzweg zu entschärfen, damit Kinder gesehen werden und nicht hinter Autos verschwinden. Wir müssen Kindern mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Daher sind auch Maßnahmen, wie Gehsteige vorzuziehen und Zebrastreifen besser hervorzuheben, immens wichtig", erklärt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann. Im Kreuzungsbereich verunglücken immerhin 34% der Schüler als Fußgeher und 37% mit dem Rad: "Hier müssen die Sichtbeziehungen stimmen. Für Schüler, die mit dem Rad kommen, können eigene Radfahranlagen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kfz mitunter lebensrettend sein", führt Thann weiter aus.

Pilotprojekte "Bodenmarkierungen" und "Schulwegplan"

Der Schutzweg wirkt optisch beschleunigend auf Autofahrer (Längs-statt Querstreifen!). Gemeinsam mit der Stadt Wien wird das KfV Bodenmarkierungen -Balken quer vor dem Schutzweg - testen. In Vor-und Nachuntersuchungen (unmarkiert -markiert) wird z.B. getestet, wie hoch Geschwindigkeit und Anhaltewahrscheinlichkeit sind. Um Schulweg-Unfälle einzudämmen, ist eine Untersuchung geplant, die vor Volksschulen Problembereiche eruiert, Maßnahmen ableitet und in der Folge einen Schulwegplan erstellt. Dieser Plan zeigt den sichersten Weg zur jeweiligen Schule und muss mit Schulen, Lehrern und Eltern gemeinsam besprochen werden.

12 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 7 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 5 PKW-Insassen (davon 4 Lenker), 1 Radfahrer und 6 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Geschwindigkeit (7), Unachtsamkeit (2), Überholen (1) und Vorrangverletzung (1) festgestellt werden. 1 Radfahrer und 6 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei einem Unfall Mitursache. 3 der 11 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 10. Februar dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 75 Verkehrstote, im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 91 Menschen tödlich.

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