Waneck: Erfolg der Ambulanzgebühr bestätigt

Lenkungseffekt greift - Weniger Patienten frequentieren Ambulanzen

Wien, (BMSG) - "Der Erfolg des Lenkungseffektes der vielkritisierten Ambulanzgebühren wurde heute unfreiwillig vom Geschäftsführer des Hauptverbandes bestätigt", sagte FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck. "Wenn, wie Probst sagt, die Einnahmen unter den Erwartungen liegen, so bedeutet dies, dass weniger Menschen die Ambulanzen frequentiert haben als bisher: Der Lenkungseffekt greift!" *****

Ohne die finanziellen Auswirkungen genau quantifizieren zu können, könne davon ausgegangen werden, dass die Ersparnis durch den rückläufigen Besuch der teuren Spitalsambulanzen die Mindereinnahmen durch weniger Behandlungsbeitrag mehr als ausglichen würden, betonte Waneck. Dies, so Waneck weiter, sei schließlich die Hauptintention für den Behandlungsbeitrag Ambulanz gewesen. Jeder Ambulanzbesuch koste durchschnittlich rund 175 Euro/2.400 öS, während die selbe Behandlung im niedergelassenen Bereich nur rund 47 Euro/650 öS ausmache.

Wenn man nun die vorliegenden Zahlen vergleiche, so ergebe sich folgende Situation:

Durchschnittliche Ambulanzbesuche pro Quartal 2000: 1,3 Millionen Ambulanzbesuche im 3. Quartal 2001: 1,07 Millionen
Ersparnis: 230.000 Besuche a 175 Euro/2.400 öS

"Dem Gesamtgesundheitssystem/speziell den Spitälern ist daher überschlagsweise in einem Quartal ein Betrag von rund 40 Millionen Euro/552 Millionen öS erspart worden. Geld, das zusätzlich für den Patienten eingesetzt werden kann, ohne dass ein Verlust der Qualität oder Versorgungssicherheit eintritt", so Waneck, der daran erinnerte, dass lediglich 25 Prozent der Ambulanzbesucher tatsächlich eine Behandlung in der Spitalsambulanz benötigen. Der Rest sei genauso gut - aber für das Gesamtsystem geldschonender -beim niedergelassenen Arzt aufgehoben.

Anhand der nun vorliegenden Zahlen sei es nun an der Zeit darüber nachzudenken, inwieweit die Spitäler, die Hauptnutznießer des Behandlungsbeitrages seinen, in Solidargemeinschaft mit den Krankenkassen treten könnten. "Die Kassen müssen hier im Sinne der vernetzten Finanzierung fairerweise ein Mitspracherecht darüber erhalten, inwieweit die so eingesparten Gelder umgewidmet werden können", so Waneck.

Was die Probleme der Gebietskassen bei der Einhebung der Behandlungsbeiträge betreffe, so könne er, Waneck die Probleme nicht nachvollziehen, da bei den sogenannten kleinen Kassen ähnliche Verfahren seit Jahrzehnten problemlos und unaufgeregt funktionieren würden. Abgesehen davon sei der Hauptverband im Rahmen der Selbstverwaltung bereits mehrmals dazu aufgefordert worden klare, verständliche und einheitliche Einhebungsrichtlinien zu erlassen. Die Kritik von Hauptverbandsgeschäftsführer Probst richte sich daher gegen sich selbst, konstatierte Waneck.

Der Erfolg des Behandlungsbeitrages Ambulanz spreche deutlich für die Sinnhaftigkeit dieser Lenkungsmaßnahme. Wer jetzt noch davon spreche, dass ein Lenkungseffekt nicht eingetreten sei, disqualifiziere sich anhand der vorliegenden Zahlen selbst, betonte Waneck. Offenbar habe die Bevölkerung im Gegensatz zu manchem SPÖ/Grün-Politiker die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dieser Maßnahme eingesehen und angenommen, schloss Waneck. (Schluss) mg bxf

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