"Umweltförderung Neu" für Wiener Unternehmen

Zusätzliche Förderungsmittel durch Kooperation mit Kommunalkredit Austria

Wien, (OTS) "Ein zentraler Punkt der "Wiener Wirtschaftsförderung neu" ist die Vernetzung mit Förderstellen des Bundes, wodurch den Wiener Unternehmen nicht nur mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sondern auch bürokratische Abläufe erheblich vereinfacht werden", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Montag im Rahmen eines Mediengespräches. "Erstmals konnte als ein solcher Partner auch die Kommunalkredit Austria AG gewonnen werden, die für das Umweltministerium im Bereich der betrieblichen Umweltförderung rd. 47,2 Millionen Euro managt, von denen jetzt Wiener Betriebe verstärkt profitieren sollen."

Mit der neuen Wiener betrieblichen Umweltförderung schließt Wien auch an die Erfolge des "ÖkoBusinessPlans Wien" an, in dessen Rahmen Wiener Unternehmen seit 1999 maßgeschneiderte Beratungsprogramme in Sachen Umwelt in Anspruch nehmen können. Gleichzeitig bietet der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) Wiener Unternehmen den "FEC - First Environmental Check" an, der Betrieben, die bisher noch keine Umweltmaßnahmen gesetzt haben, Ansatzpunkte für Umweltmanagementsysteme aufzeigen soll.

Rieder: "Wir haben die "Wiener Wirtschaftsförderung neu" bewusst als Katalysator für von uns gewollte Entwicklungen gestaltet, so dass etwa Arbeitsplatzinitiativen von Unternehmen oder eben ökologische Ambitionen besonders unterstützt werden. Ähnlich verhält es sich auch mit der ab Mitte des Jahres geplanten neuen Wiener Internationalisierungsoffensive für Klein- und Mittelbetriebe, die bereits auf der Tagesordnung für den Finanz- und Wirtschaftsausschuss am 18. Februar steht und Mitte 2002 in Kraft tritt."

An dem Mediengespräch nahmen neben Rieder der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, KR Walter Nettig, Umweltstadträtin D.I. Isabella Kossina sowie als "Hausherr" der Generaldirektor der Kommunalkredit AG, Dr. Reinhard Platzer, teil.****

Nettig: "Durch die verstärkte Kooperation zwischen WWFF, Österreichischer Kommunalkredit und Wirtschaftskammer wird sichergestellt, dass von den Mitteln, die Österreich zur Erreichung der Klimaschutzziele aufwendet, ein angemessener Anteil an Wiener Unternehmen fließt und damit die Standortqualität Wiens weiter abgesichert wird." Auch die Fortführung des erfolgreichen ÖkoBusinessPlans im Zusammenhang mit Beratungsmaßnahmen für die teilnehmenden Unternehmen stelle, so Nettig, ein wichtiges Signal an die Wiener Unternehmen dar, dass ihr Einsatz für eine hohe Umweltqualität Anerkennung findet.

Generaldirektor Platzer: "Derzeit kommen lediglich 6 Prozent der Förderungsmittel der betrieblichen Umweltförderung Wiener Unternehmen zugute. Ziel unserer gemeinsamen Initiative mit dem WWFF bzw. der Stadt Wien ist es, diesen Anteil entsprechend zu erhöhen. Der unbürokratische Weg der Inanspruchnahme direkt über die Kommunalkredit sowie das verstärkte Informationsangebot über den WWFF soll es für Wiener Betriebe besonders einfach machen, in den Genuss der Förderungen zu kommen." Insgesamt stehen im Bereich der betrieblichen Umweltförderungen für das Jahr 2002 rund 47 Millionen Euro zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der österreichischen Kyoto-Strategie wurden die Mittel seit 1999 von 29 Millionen Euro kräftig aufgestockt.

Diesen Initiativen kommt auch im Rahmen des Wiener Klimaschutzprogrammes (KliP Wien), das 1999 vom Wiener Gemeinderat beschlossen wurde, besondere Bedeutung zu. Das KliP hat zum Ziel, die Emissionen von Kohlendioxid und anderer treibhausrelevanter Gase bis zum Jahr 2010 entscheidend zu senken. Der "FEC-First Environmental Check" sowie die Umweltförderung der Kommunalkredit AG, die zu 73 Prozent klimarelevanten Maßnahmen zu Gute kommen, sind wichtige Bausteine zur Erreichung der Ziele des KliP.

Im Rahmen der betrieblichen Umweltförderung werden in folgenden Bereichen Maßnahmen unterstützt:

o Anschluss an Fernwärme
o Betriebliche Verkehrsmaßnahmen
o Biomasse-Einzelanlagen
o Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplung
o Biomasse-Nahwärme
o Effiziente Energienutzung
o Energiegewinnung aus Abfällen biogenen Ursprungs
o Energetische Optimierung von Abwasserreinigungsanlagen
o Forschung
o Fossile Kraft-Wärme-Kopplung
o Geothermie
o Kleinwasserkraftwerke
o Stromproduzierende Anlagen
o Thermische Gebäudesanierung
o Vermeidung und Verringerung gefährlicher Abfälle
o Vermeidung und Verringerung von Lärm
o Vermeidung und Verringerung von Luftverunreinigungen
o Wärmeverteilung
o Solaranlagen
o Biologische Abluftreinigung
o Aufbau eines Umweltmanagementsystems nach EMAS als Vorleistung

Enge Kooperation mit dem Ökobusinessplan Wien

Neben der Vernetzung mit der Kommunalkredit und dem First Environmental Check des WWFF ist auch der ÖkoBusinessPlan Wien ein zentraler Punkt der betrieblichen Umweltförderung in Wien.

Stadträtin Kossina: "Der ÖkoBusinessPlan Wien zeigt, dass Ökonomie und Ökologie für Wiener Betriebe keine Widersprüche sind, sondern einander hervorragend ergänzen. Seit dem Start des ÖkoBusinessPlans vor drei Jahren haben 280 Wiener Unternehmen freiwillig eines der Umweltprogramme absolviert und damit entscheidend mitgeholfen, Abfälle zu vermeiden, Energie, Wasser und Rohstoffe zu sparen oder Produktionsprozesse ökologischer zu gestalten."

Der "ÖkoBusinessPlan" - ebenfalls ein wesentlicher Teil des bereits erwähnten Klimaschutzprogramms - ist seit 1999 das Umweltservicepaket für die Wiener Wirtschaft und bringt mit maßgeschneiderten Beratungsprogrammen Wiener Unternehmen auf Umweltkurs. Erfahrene Consulting-Unternehmen wurden engagiert, um für einen effizienten betrieblichen Umweltschutz zu sorgen.

Derzeit stehen sechs Umweltprogramme für verschiedene Betriebsgrößen und Branchen zur Auswahl: "EMAS", "ISO 14001", "Ökoprofit", "Betriebe im Klimabündnis", "Umweltzeichen Tourismus" und "Abfallmanagement in Kleinbetrieben". Umweltmaßnahmen werden zum Beispiel in den Bereichen Energie, Verkehr, Abfälle, Wasser oder umweltfreundlicher Einkauf gesetzt. So wird unter anderem die Heizungstechnik modernisiert, die Wärmedämmung verbessert oder auf wasser- und rohstoffsparende Produktionsabläufe umgestellt. Viele Betriebe setzen auf Mehrweg- statt Einwegverpackungen, verwenden weniger gefährliche Stoffe und nur mehr ökologische Reinigungsmittel. Optimiert werden auch die Abfallwirtschaft, der Lärmschutz oder die Fuhrparklogistik.

Eine der Stärken des "ÖkoBusinessPlans Wien" besteht darin, dass die Wiener Umweltschutzabteilung namhafte Partner zur Mitarbeit gewinnen konnte. Diese sind die Wirtschaftskammer Wien (WKW), der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI Wien), das Umweltministerium, der ÖGB, die Arbeiterkammer, die Magistratischen Bezirksämter der Stadt Wien als Gewerbebehörde und die MA 36 - technische Gewerbeangelegenheiten.

Wiener Unternehmen: Aktiv in Umwelttechnologien

Die Wiener Unternehmen sind auf dem Sektor Umwelttechnologien und -beratung ganz besonders aktiv. Mittlerweile sind bereits mehr als 1000 Wiener Betriebe auf diesem Gebiet tätig und sichern mehr als 20.000 Arbeitsplätze. Das enorme Innovations- und Servicepotenzial dieser Firmen macht sich auch international bezahlt: die Exportquote liegt bei 60 Prozent.

Nettig: "Diese Erfolge fügen sich nahtlos in das insgesamt sehr positive Bild unserer Exportwirtschaft. Mit Exporten im Umfang von 10,17 Mrd. Euro (150 Mrd. ATS) im letzten Jahr hat Wiens Wirtschaft einen maßgeblichen Beitrag zum gesamtösterreichischen Exportwachstum geleistet. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet dies ein Plus von fünf Prozent”, berichtete der Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Die wichtigsten Exportländer der etwa 5000 Wiener Exportbetriebe sind Deutschland vor der Schweiz und den USA. Hauptexportschlager sind Chemie- und Pharmaprodukte, Maschinen sowie Fahrzeuge.

Bemerkenswert ist auch, dass die Wiener Exporteure ihre Chancen auf den Märkten in Mittelosteuropa offenbar erfreulich gut nutzen. Mehr als ein Fünftel der Ausfuhren gehen in die MOEL. Heuer werden den Wiener Exporteuren für diese Länder doppelt so starke Wachstumsraten prognostiziert als den exportorientierten Firmen in Gesamtösterreich. Nettig: "Wir sind also auf dem richtigen Weg. Nun geht es darum, noch mehr Firmen zum Export zu motivieren. Wenn es uns beispielsweise gelingt, die Exporte in die EU-Beitrittsländer nur um drei Prozent zu steigern, bedeutet dies eine Milliarde Schilling Exportzuwachs für Wiens Wirtschaft. Gleichzeitig müssen wir speziell für unsere Kleinbetriebe den Markt beim Haupthandelspartner Deutschland noch intensiver aufbereiten. Wiens Wirtschaft exportiert in die BRD bereits heute Waren im Wert von 2,25 Mrd. Euro (31 Mrd. ATS), und die Exporte sind noch ausbaufähig. Und schließlich müssen wir auch mehr Firmen dafür gewinnen, die attraktiven Märkte in Übersee verstärkt zu bearbeiten.”

Bei jenen Betrieben, die derzeit noch nicht exportieren, bestehen die Hürden einerseits im fehlenden Know-how und andererseits in den Kosten für die Erschließung von Auslandsmärkten. Genau hier setzt die von der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien entwickelte neue "Internationalisierungsoffensive” an. Dabei handelt es sich um ein Gesamtpaket, das geförderte Beratungsleistungen und finanzielle Zuschüsse für die Markterschließung kombiniert. Verbunden ist die Initiative mit einem Coachingmodell, also der laufenden Begleitung der Firma von den ersten Schritten auf dem Auslandsmarkt bis hin zur erfolgreichen Abwicklung des Exportgeschäftes. Neuexporteure können im Rahmen dieses Pakets bis zu einem Viertel ihrer Kosten für die Markterschließung refundiert bekommen. Dazu zählen beispielweise die Platzmiete für die Teilnahme an einer internationalen Messe, Ausgaben für die Erstellung von Exportprospekten, Übersetzungshonorare, die Kosten für die Erstellung von Homepages sowie für Inseratenschaltungen in ausländischen Fachzeitschriften.

Die Internationalisierungsoffensive startet im Juli dieses Jahres, wobei für das restliche Jahr 2002 die Fördermittel 726.728 Euro (10 Mio. ATS) betragen und für das komplette Jahr 2003 dann 1,45 Mio. Euro (20 Mio. ATS) vorgesehen sind. "Entscheidend ist für mich, dass es sich hier um keine Gießkannenförderung handelt. Es kommen nur jene Betriebe zum Zug, die auch tatsächlich reale Chancen auf den Auslandsmärkten haben”, so Nettig. Voraussetzung für den Zugang zur Förderung ist daher ein sogenannter Checkbericht der Exportchancen der einreichenden Firma, den die Wirtschaftskammer Wien erstellen wird. Ziel der Offensive ist es, heuer und im nächsten Jahr rund 600 Wiener Betriebe zu motivieren, ihre Produkte und Dienstleistungen auf neuen Märkten zu platzieren.

Service - Infos zu:

o Fördermappe zur betrieblichen Umweltförderung des Bundes:
www.kommunalkredit.at/foerdermappe_ufi.htm
o First Environmental Check: WWFF, Technologieabteilung, Petra Fitschek, Tel.: +43-1-4000-86777, fitschek@wwff.gv.at, www.wwff.gv.at
o ÖkoBusinessPlan: Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22),
Telefon: +43- 1-4000/88299, Fax +43-1-4000-99-88215,
e-Mail: office@oekobusinessplan.wien.at,
www.oekobusinessplan.at/
o Exportförderung des WWFF (ab 1. Juli 2002):
WWFF: Tel.: +43-1-4000-86788, Fax: +43-1-4000-7071
o Veranstaltungen:
Neue Richtlinien in der betrieblichen Umweltförderung
14. Februar 2002, 14.00 bis 17.00 Uhr
Ort: meeting.point.vienna, media.tower,
1020 Wien, Taborstraße 1-3, 15. OG

(Schluss) mmr/nk

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