AK Test: Kein Verlass aufs Ablaufdatum bei verpackten Fischen

Ein Drittel der verpackten Räucherlachse am Ablauftag schlecht

Wien (AK) - Die Haltbarkeitsfristen bei verpackten Fischen stimmen nicht, kritisieren die AK-Konsumentenschützer. Ein Einkaufstest in 16 Wiener Geschäften zeigt: Jeder dritte verpackte Räucherlachs war bereits am Tag der Ablauffrist verdorben. Davon waren drei Proben sogar gesundheitsschädlich. Die Konsumenten müssen sich auf das Ablaufdatum verlassen können, sagen die AK-Konsumentenschützer, da es ein wichtiger Anhaltspunkt ist. Die AK fordert daher kürzere Haltbarkeitsfristen vom Verpacker sowie die Einhaltung und bessere Kontrolle der Lagertemperaturen. ****

Frische Fische liegen am Eis in der Vitrine, Schrimpssalate, Heringe, Meeresfrüche - die Konsumenten haben eine große Auswahl für ihren Heringschmaus.
Die AK-Konsumentenschützer wollten es genau wissen und haben daher verpackte Fische unter die Lupe genommen: Sie haben 30 vorverpackte Räucher- und Gravedlachse in 16 Geschäften eingekauft (Merkur, Billa, Mondo, Zielpunkt, Magnet, Interspar, Eurospar, Spar, Hofer, Ikea) und am Tag des Ablaufdatums sensorisch und mikrobiologisch untersuchen lassen. Die Untersuchung hat die Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Gemeinde Wien durchgeführt.

Ein Drittel schlecht
Ein Drittel (10) der verpackten Räucherlachse wurde bereits am Tag der Ablauffrist beanstandet: Sieben Proben waren mikrobiologisch und sensorisch verdorben, und drei Proben waren sogar gesundheitsschädlich, weil Listerien festgestellt wurden. Listerien sind pathogene Keime, die vor allem für Schwangere und das ungeborene Kind gefährlich sein können.

Kürzere Haltbarkeitsfristen
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist für die Konsumenten ein wichtiger Anhaltspunkt, sagen die AK-Konsumentenschützer. Die Verbraucher müssen sich darauf verlassen können. Wenn selbst in der kalten Jahreszeit der Fisch schon am Tag des Ablaufdatums schlecht ist, ist das mehr als unbefriedigend, sagen die AK-Konsumentenschützer.

Daher fordert die AK:
+ Die Verpacker müssen die Haltbarkeitsfristen realistisch bemessen und daher entsprechend verkürzen.
+ Die Lagertemperaturen und die Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf müssen eingehalten und besser kontrolliert werden.
+ Diese Produkte müssen auch konsequent auf Antibiotika und Rückstände von Schadstoffen aus den Futtermitteln kontrolliert werden.
Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Schauen Sie genau auf das Ablaufdatum. Kaufen Sie keine Produkte mit einem sehr knappen Mindesthaltbarkeitsdatum.
+ Lagern Sie die Produkte nicht mehr all zu lange zu Hause, sondern essen Sie sie rasch. Im Regelfall ist die derzeit angegebene Haltbarkeitsfrist etwa drei bis vier Wochen.
+ Sorgen Sie für eine gute Kühlung während des Transportes und zu Hause.
+ Schwangere sollten aus Sicherheitsgründen keinen rohen Fisch essen. + Die angebotenen Lachse sind großteils Zuchtlachse aus industriell geführten Aquakulturen. Durch die dabei eingesetzten Antibiotika und Fütterungsmittel kann es auch zur Anreicherung von unerwünschten Rückständen und Schadstoffen kommen. Als Alternative können Sie aber auch Wildlachse einkaufen.

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