"profil": Houellebecq: "Es ist nicht schlimm, rassistisch zu sein."

Französische Bestseller-Autor Michel Houellebecq bricht Lanze für Sextourismus - nennt Jacques Chirac "Riesenidiot" - bezeichnet islamische Frauen als "dicke, frustrierte Schlampen"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" spricht der umstrittene französische Bestseller-Autor Michel Houellebecq ("Ausweitung der Kampfzone" 1994, "Elementarteilchen", 1998), der heut im Wiener Rabenhof seinen dritten Roman "Plattform" präsentiert, über Rassismus, Sex-Tourismus, die französische Politik und den Islam. In dem Interview sagt Houellebecq, der sich im September vor einem Pariser Gericht wegen "antiislamischem Rassismus" verantworten muss, dass er den Islam für eine negative Kraft halte. "Ich habe keinerlei Wertschätzung für den Islam, und ich wünsche mir, dass er verschwindet."

In einer Passage des Interviews, deren Veröffentlichung Michel Houellebecq nach Mitteilung seines Verlags nicht zustimmt, nennt er verschleierte, islamische Frauen "dicke, frustrierte Schlampen". Diese, so Houellebecq, seien "nicht ehrlich" und meinte weiter: "Sie haben alle Lust zu vögeln". "profil" veröffentlicht diese Passage in der wörtlichen, ungekürzten Abschrift des Interview-Tonbandes. Alle übrigen Interviewpassagen erscheinen in der von Michel Houellebecq autorisierten Fassung.

Zum Thema Sextourismus, für den Houellebecq in seinem neuen Roman ein Lanze bricht, sagte er: "Im thailändischen Pattaya Beach zum Beispiel sind die Prostituierten oft reicher als ihre Kunden. Ein zwei Wochen Pattaya ist ein Billigurlaub. Manche Mädchen dort hingegen fahren BMW." Auf die Frage, ob er es gut finde, dass minderjährige Mädchen in Bordellen arbeiten, meinte Houellebecq, es sei ein guter Job und die Mädchen könnten sich sehr gut erhalten. Auf die Aids-Rate in Thailand angesprochen, meinte er, die Mädchen müssten eben aufpassen. Houellebecq wörtlich: "Ich habe mit einer Menge 17-jähriger Mädchen Sex gehabt. Sie müssen bloß Kondome verwenden. Es ist die geteilte Verantwortung von beiden. Die Männer können ja auch Aids kriegen." Er habe jedenfalls keine Lust, sich über Sextouristen lustig zu machen. Er fände sie "eher sympathisch".

Auch für die französischen Präsidentschaftkandidaten fand Houellebecq deutliche Worte. Über Präsident Jacques Chirac sagt Houellebecq: "Ich weiß nicht, wie er gewählt werden konnte. Er ist zu dumm. Alles an ihm. Wie kann man so jemanden dem Ausland zeigen? Er ist eine Beleidigung für Frankreich. Dieser Riesenidiot, der nie einen Gedanken gefasst hat." Positiver äußerst sich Houellebecq über den Politiker der extremen Rechten Jean-Marie Le Pen. Er sei, so Houellebecq "ein guter Kerl, aber ein Träumer". Darüberhinaus ein "guter, durchschnittlicher Rassist", den es sich allerdings nicht zu wählen lohne. Auf den Vorwurf des Rassismus angesprochen, sagte Houellebecq: "Es ist nicht schlimm, rassistisch zu sein. Alle sind Rassisten." Ob er selbst Rassist sei, beantworte er mit "nicht sehr". Auch störe es ihn nicht, wenn man ihn einen Reaktionär nenne, "obwohl ich eher ein Konservativer bin", so Houellebecq.

Er selbst werde bei den französischen Präsidentschaftswahlen seine Stimme Jean-Pierre Chevènement geben. Dazu, dass der linke Nationalist Chevènement Minister in linken Regierungen gewesen sei, meinte Houellebecq: "Ich verzeihe ihm."

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"profil"-Redaktion

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