DER STANDARD-Bericht: "Bis 2005 keine Erholung am Arbeitsmarkt in Sicht: Aufschwung kann zusätzliches Arbeitskräfteangebot nicht sofort kompensieren" - Erscheinungstag 9.2.2002

Wien (OTS) - Während die Industrie derzeit erste Schritte in Richtung einer positiven Konjunkturwende machen kann, wird diese am Arbeitsmarkt mittelfristig noch nicht wirksam. Bis zum Jahr 2005 könnte die Arbeitslosigkeit von der für heuer prognostizierten Arbeitslosenquote in Höhe von 6,6 Prozent sogar weiter auf 7,2 Prozent steigen. Davon geht jedenfalls eine dem Standard vorliegende Studie namhafter Sozialwissenschaftler aus.

Für das pessimistische Szenario werden vor allem zwei Entwicklungen verantwortlich gemacht: Zum einen soll es bis 2005 rund 26.500 Arbeitnehmer mehr am Arbeitsmarkt geben, zum anderen würden Unternehmen künftig vermehrt Vollzeitarbeitsplätze durch flexible Jobs ersetzen. Die Anzahl neuer Arbeitsplätze durch einen Wirtschaftsaufschwung sei nicht so groß, dass sie das zusätzliche Arbeitskräfteangebot aufnehmen können, heißt es in der Studie.

Angesichts dieser Entwicklung kritisiert der Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger, im Gespräch mit dem Standard nun vor allem Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der nicht nur Gelder aus dem Arbeitslosenversicherungstopf als Bundesbeitrag Richtung Pensionsversicherung verschiebt, sondern auch die eiserne Reserve des Arbeitsmarktservice (AMS) in Höhe von 109 Mio. Euro (1,5 Mrd. S) für das Bundesbudget kassieren könnte. Öllinger befürchtet außerdem, dass das AMS-Defizit 2002 auf neun Milliarden Schilling anwachsen könnte. (bach) Seite 23

Rückfragen & Kontakt:

Der Standard
Tel.: (01) 531 70 - 428

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/OTS