Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Auf der Suche nach sich selbst

Ausgabe vom 9. Febr. 2002 Klagenfurt (OTS) - Auf der Suche nach sich selbst - Alt-FPÖ-Chef "Jörg Haider sieht Europa als sein Spielfeld", analysiert Herbert Lackner für die "New Yokr Times". Es müsste hinzufügen: Primär ein Europa, das in seinen Schwächen, Mängeln, Übervorteilungen und Gefahren angreifbar ist. Der gelernte Österreicher kennt mittlerweile die Taktik des "Einfachen": Angegriffen wird mit einer Übertreibung, der man versucht ist, das Wort Kunst anzuerkennen ... Dass Haider mit exakt diesem Tun seine eigene Partei zum Spielfeld aufwiegelnder Frontalattacken degradiert, ist logische Konsequenz. Und: Eine nicht ungefährliche. Sie könnte die FPÖ wieder dorthin verfrachten, wo sie groß geworden ist: auf die Oppositionbank. Bislang hat Haider den Spagat Regierung-Opposition perfekt hingelegt. Wie lange noch? Das alleine, und nur das, muss die Frage sein. Um Österreich willen. Nicht um der Partei, die in ihrem Gezerre ein Bild zeichnet, das wenig bis gar nichts mit staatstragender Politik gemein hat. Nein. Es geht um Österreich. Und darum, worauf das Land zählen kann. Steuerreform? 2002? 2003? Irgendwann einmal? Überhaupt nie? Wohin geht die Reise? Sozialstaat ade? Bocksprünge können mitunter verzeihlich sein. Nicht aber eine Partei, die auf der Suche nach sich selbst ist. Dazu wäre Zeit gewesen, als man vom Oppositionseck aus recht flegelhaft "gute Ratschläge" verteilte. Noch zwei Jahren Regierungspartei müsste die Periode emotionalisierender Zwischenrufe ausgestanden sein - und man zu sich selbst gefunden haben.

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