JG-Symposium: "Mehr Kohle für Junge"

Blecha sieht "tiefreichende Übereinstimmung" zwischen Jung und alt=

Wien (SK) "Mit aller Kraft" trat Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreich am Freitag im Rahmen des Symposiums "Mehr Kohle für Junge" für die Forderungen der Jungen Generation ein, die höhere Einstiegsgehälter und -löhne, eine flachere Einkommenskurve bei zumindest gleichbleibender Lebensverdienstsumme und sozial ausgewogene Pensionen vorsehen. Derzeit sei es nicht der Fall, dass junge Menschen gleiche Chancen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich haben, bemerkte SPÖ-Jugendsprecherin Gabriele Heinisch-Hosek angesichts der "rechten selektiven Bildungspolitik". Auch was die Förderung der Eigenständigkeit der Frauen betrifft, wurde die Regierung von Heinisch-Hosek mit scharfer Kritik bedacht:
"Junge Frauen können nur dann 'Kohle machen', wenn sie ihre Kinder gut betreut wissen." Da helfe das ganze Kindergeld nichts.****

"In Ländern wo die Verdienste der jungen Arbeitnehmer über dem EU-Durchschnitt liegen, ist die Beschäftigungsrate der Älteren extrem hoch" - und damit auch die der Pensionen, erklärte Blecha, warum die "Älteren sehr wohl Interesse daran haben, dass die Jungen mehr bekommen". Wogegen die Beschäftigungsrate der 55 bis 64 Jährigen in den Skandinavischen Ländern zwischen 70 und 80 Prozent liege, habe sie in Österreich einen Wert von nur 31 Prozent, untermauerte Blecha seinen Standpunkt.

"Die Wirtschaft wird nichts machen, was sich betriebswirtschaftlich nicht rentiert", zweifelte Wilhelm Haberzettl, Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner, am oftmals bekundeten Interesse der Wirtschaft an der Begünstigung der jüngeren Menschen. "Die Wirtschaft wäre ja blöd, wenn sie auf die jungen billigen Arbeitskräfte verzichten würde", bemerkte Haberzettl dazu. Der Meinung, dass die Umverteilung der Einkommen nicht so "faserschmeichelweich" abgehen werde, schloss sich auch Karl Proyer von der GPA an. Dieses Projekt, das eine "Kernaufgabe" der Gewerkschaft für die nächsten Jahre darstelle, müsse deshalb "unbedingt von einer politischen Begleitmusik" unterstützt werden. Proyer sprach sich deutlich für eine Umkehrung des Senioritätsprinzips aus - zum einen, weil dieses maßgeblich für die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen verantwortlich sei und außerdem die Inlandskaufkraft enorm steigern würde.

Als "Kernthema" - sowohl der Gewerkschaften als auch der SPÖ - wurde die Aus- und Weiterbildung angeführt. Im Besonderen gelte es, die Privatisierung der Bildungseinrichtungen zu verhindern. Der erste Schachzug sei von der Regierung mit der Einführung von Studiengebühren schon gesetzt worden, wies Haberzettl hin. Als nächsten Schritt befürchtete Heinisch-Hosek die Privatisierung der Schulen. (Schluss)lm

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.atPressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK