Haupt bei informellem Treffen der EU-Gesundheitsminister/innen: "Intensivere Zusammenarbeit mein deklariertes Wunschziel"

Wien (BMSG/OTS) - Beim informellen Treffen der EU-Gesundheitsminister/innen im spanischen Malaga nahm heute Gesundheitsminister Mag. Herbert Haupt anlässlich einer Diskussion über die Freizügigkeit der Patienten Stellung. ****

"Die Zukunft unserer Gesundheitssysteme ist angesichts der vielfältigen Herausforderungen ein Thema von größter Wichtigkeit, das auch eine zentrale Bedeutung für jede Bürgerin und jeden Bürger dieser Europäischen Union hat", begann Haupt seine Ausführungen.

Durch den Europäischen Gerichtshof seien in der letzten Zeit das Gesundheitssystem betreffend einige Urteile gefällt worden, die im Spannungsfeld des europäischen Binnenmarktes lägen. Haupt zeigte sich diesbezüglich sehr erfreut, dass nun Gesundheitspolitikerinnen und -politiker die Initiative ergriffen hätten und somit gegenüber dem EuGH eine Vorreiterrolle einnähmen. Für Haupt stehe dabei die Qualität stets im Vordergrund, die nicht nur an der Ausbildung, sondern auch an der lebensbegleitenden Weiterbildung gemessen werden könnte. Natürlich müsse die Thematik von allen 15 EU-Staaten gemeinsam angegangen werden, damit ein vergleichbarer qualitativer Rahmen existiere.

Minister Haupt fand ebenso deutliche Worte dafür, dass in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich Erleichterungen für chronisch Kranke geschaffen bzw. verbessert würden. So sei es unabdingbar, dass eben solche chronisch kranken Menschen, wenn sie in einem angrenzenden oder einem anderen Mitgliedsstaat der EU medizinische Betreuung benötigten, wie Urlauber mit einem Urlaubskrankenschein zu behandeln seien. Derzeit gebe es noch teils schwer überwindbare Hürden, die durch ein leichteres Verfahren zu ersetzen wären.

Haupt stellte im Rahmen der Diskussion ebenfalls klar, dass alle Fragen des Gesundheitssystems und auch im Zusammenhang mit der Koordinierung der Sozialversicherung jedenfalls gemeinsam mit den Sozial-, Finanz- und Wirtschaftsministern der Europäischen Union besprochen werden müssten, um eine breitestmögliche Basis zu schaffen. Er wurde daraufhin gleich konkret und schlug als hierfür geeignetes Diskussionsforum das im österreichischen Bad Gastein jährlich stattfindende European Health Forum vor.

Minister Haupt regte weiters an, dass die offene Koordinierungsmethode im Gesundheitssystem auf europäischer Ebene eingesetzt werde, damit die Mitgliedsstaaten voneinander lernen und dennoch ihre unterschiedlichen Gesundheitssysteme beibehalten könnten. Dies wäre gerade in den nächsten Jahren angesichts der geplanten EU-Osterweiterung auch für uns Österreicher von großer Bedeutung. Österreich hätte gerade mit dem sogenannten "Zahntourismus" nach Ungarn eine gewisse Erfahrung. Es sei nun eben nicht wünschenswert, dass sich dieses "Problem" nach einem EU-Beitritt Ungarns weiter nach Osten verlagere.

Haupt legte abschließend seinen Kolleginnen und Kollegen ans Herz, dass sich die Gesundheitsministerinnen und -minister künftig wesentlich häufiger treffen sollten, damit der Austausch über neue medizinische Leistungen und auch über Herausforderungen im Zusammenhang mit demografischen Änderungen und dem zunehmenden Betreuungsaufwand älterer Menschen intensiviert und ausgebaut werden könnte. (Schluss)bxf

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