Tourismus: Qualität der Ausbildung hat Vorrang

Hinterleitner gegen Inflation touristischer Lehrberufe

Wien (PWK102) Für wenig durchdacht hält der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie, Helmut Hinterleitner, den Vorschlag, den Lehrlingsmangel im Tourismus durch eine Verkürzung der Lehrzeit und Schaffung zahlreicher neuer Lehrberufe wie "Sommelier", "Barkeeper" und "Eventgastronom" zu begegnen. Entsprechende Vorschläge waren gestern von Staatssekretärin Mares Rossmann in einem Pressegespräch gemacht worden.

"Sinn der Lehre ist es, jungen Menschen eine möglichst umfassende und breitgefächerte Grundlage für die weitere Berufslaufbahn zu vermitteln", stellt Komm.Rat Hinterleitner fest. Die Inhalte der touristischen Lehrberufe Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Hotel- und Gastgewerbeassistent/-assistentin und Systemgastronomiefachmann/-frau werden im Rahmen der Sozialpartnerschaft laufend aktualisiert und an die aktuellen Erfordernisse angepasst. Derzeit in Überarbeitung sind die Berufsbilder Restaurantfachmann und Hotel- und Gastgewerbeassistent.

Es sei wenig sinnvoll, wenn einzelne Teilbereiche aus diesen Berufsbildern herausgebrochen und dafür eigene Kurzlehren geschaffen werden sollen. Abgesehen davon sei dies in vielen Bereichen schon auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen gar nicht möglich. "Wie soll ein fünfzehnjähriger Jugendlicher, der ab 20.00 Uhr nicht beschäftigt werden darf und den Jugendschutzbestimmungen unterliegt, etwa als Barkeeper oder Weinexperte ausgebildet werden", fragt Hinterleitner.

Dass sich das Staatssekretariat mehr im Bereich der Ausbildung engagiert, wäre wünschenswert. "Dazu braucht man aber nichts Neues erfinden, sondern endlich die bereits am Tisch liegenden Vorschläge aufgreifen. Die Sozialpartner haben bereits vor langer Zeit dem Wirtschaftsministerium voll ausgearbeitete Konzepte für neue Lehrberufe "Hotelfachmann" und "Etagenfachmann" vorgelegt, die der Frau Staatssekretärin bekannt sind. Es ist für mich unverständlich, dass die dazu notwendige Verordnung bis heute nicht herausgegeben worden ist", schließt Hinterleitner. (hp)

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