PRÄSIDENT FISCHER GRATULIERT ARPAD GÖNCZ ZUM GEBURTSTAG Ehemaliges Staatsoberhaupt Ungarns wird 80

Wien (PK) - "Zu Ihrem bevorstehenden 80. Geburtstag möchte ich Ihnen im Namen des österreichischen Nationalrates und auch persönlich herzlich gratulieren". Mit diesen Worten beginnt eine Glückwunschadresse von Nationalratspräsident Heinz Fischer an den ehemaligen ungarischen Staatspräsidenten, der am 10. Februar
seinen 80. Geburtstag feiert. In seinem Schreiben erinnert
Fischer an die Amtsführung von Göncz, die er, Fischer, bei vielen Gelegenheiten bewundert habe. Überdies würdigt Fischer die Verdienste des Jubilars um die Entwicklung der ungarisch-österreichischen Beziehungen. "Außerdem", so heisst es in
Fischers Brief weiter, "habe ich jede einzelnen Begegnung mit
Ihnen in bester Erinnerung, insbesondere das lange Gespräch, das wir in Budapest gegen Ende ihrer Amtszeit geführt haben". Schließlich wünscht Fischer dem ehemaligen Präsidenten noch Gesundheit und alles Gute.

Arpad Göncz wurde am 10. Februar 1922 in Budapest geboren und studierte Rechtswissenschaften. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gegen die Nationalsozialisten im aktiven Widerstand, schloss er
sich 1945 der Partei der Kleinen Landwirte an, welche die ersten Nachkriegsjahre politisch federführend waren. Nach der Machtübernahme der Kommunisten zog sich Göncz zunächst zurück, engagierte sich aber umso intensiver während der Ungarischen Revolution von 1956, wo er Staatsminister in der Regierung Imre Nagys wurde. Für diese Rolle wurde er nach der Niederschlagung
des Aufstandes zu lebenslanger Haft verurteilt und erst 1963 nach einer Amnestie wieder auf freien Fuß gesetzt.

In den folgenden Jahren wirkte Göncz als Übersetzer von Autoren wie Hemingway, Faulkner, aber auch J.R.R. Tolkien und etablierte sich selbst als Schriftsteller, publizierte er doch mehrere Erzählungen und einen Roman.

Im Zuge des Transformationsprozesses in der Nach-Kadar-Ära ab
Mai 1988 kehrte Göncz in die politische Arena zurück und zählte zu den Gründern des Bundes der Freien Demokraten, der mit dem Demokratischen Forums Joszef Antalls ein Bündnis einging. Nach
den Wahlen 1990 wurde Antall Premier, während Göncz vom Parlament zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. In dieser Funktion avancierte Göncz bald zum allseits geschätzten "Schiedsrichter" auf dem politischen Parkett Ungarns, der 1995 für eine zweite Periode in seinem Amt bestätigt wurde.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Präsidentschaft im Jahre
2000 blieb Göncz politisch hochaktiv. Er hat viele Ehrenämter
inne und steht der Stiftung "Ungarn in Europa" vor, die
alljährlich einen Literaturpreis vergibt. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA/02