Arbeitskreis der Automobilimporteure lehnt Vorschlag der EU- Kommission für die Neuregelung des Kfz-Vertriebes (Kfz-GVO neu) ab

Mit der im Entwurf vorliegenden neuen Verordnung will Kommissar Mario Monti den Wettbewerb im Kfz-Vertrieb steigern und den Europäischen Verbrauchern Preisvorteile beim Kauf und bei der Wartung von Kraftfahrzeugen bieten. So sollen insbesondere neue Vertriebsformen sowie der grenzüberschreitende Kauf neuer Kraftfahrzeuge zu einem größeren Preiswettbewerb führen und damit dem Verbraucher entsprechende Vorteile bringen.

"Die Europäische Kommission verkennt völlig die Tatsache, dass in der Automobilbranche innerhalb der EU ein äußerst starker Verdrängungswettbewerb zwischen den Herstellern und zwischen den Händlern vorherrscht. Der Druck auf die Fahrzeug- und Reparaturpreise hat sich in den letzten Jahren massiv verstärkt und damit sind an der Preisfront keine signifikanten Veränderungen nach unten zu erwarten", so Dr. Felix Clary und Aldringen, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure.
"Beispielweise liegen empfohlene Verbraucherpreise und die tatsächlich vom Kunden verhandelten Preise beim Kauf von Kraftfahrzeugen deutlich auseinander, was einen weiterer Beweis für den harten und funktionierenden Wettbewerb im Automobilhandel darstellt. Schon jetzt sind kaum mehr die zum Überleben der Handelsbetriebe erforderlichen Margen durchzusetzen. Deshalb kann nicht auf sinkende Autopreise spekuliert werden."

Der Hauptgrund für die markanten Differenzen in den Fahrzeug-Brutto-Preisen sei eindeutig auf die unterschiedlichen automobilen Abgaben und Steuern zurückzuführen, die innerhalb des "EU-Binnenmarktes" zwischen 15 und 218 Prozent betragen. Hier sei es an der höchsten Zeit, dass Kommission und Mitgliedsstaaten längst fällige Steuer-Harmonisierungen durchführen.

Nach Ansicht der Automobilimporteure kann das Auto als längerlebiges und wartungsbedürftiges Wirtschaftsgut nicht völlig dem freien Wettbewerb ausgesetzt werden. Zur Sicherstellung einer umfassenden und qualitätsorientierten Kundenbetreuung müssen die Importeure auch weiterhin in der Lage sein, ein nach bestimmten Kriterien definiertes Handel- und Service-Netz aufrecht zu erhalten. Der reine Preiswettbewerb im Vertrieb und Kundendienst, wie in den Kommissions-Überlegungen vorgesehen, führt zu massiven Qualitätsverlusten und gefährdet das hohe Niveau
der Verkehrssicherheit. Ergebnisse der Lademan-Studie über Konsumentenpräferenzen bei Autokauf und Kundendienst vom Dezember 2001, die die Kommission selbst in Auftrag gegeben hat, unterstreichen hingegen, dass die Konsumenten ganz überwiegend mit der bisherigen Verbindung von Service und Vertrieb höchst zufrieden sind.

Clary betont weiters, dass sich der praxisfremde Vorschlag gegen die Interessen der Konsumenten richtet und zu einem Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen im mittelständisch geprägten österreichischen Automobilhandel führen könnte.

Unbeschadet aller Kritik werden wir aber weitere Gespräche mit der EU-Kommission und den beratenden Gremien, wie Wirtschaftsministerium und Europäisches Parlament, suchen, um zu einer zweckmäßigen Modifizierung des gegenwärtigen Vorschlages beizutragen.

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