AK-Dinkhauser: Leitls Uni-Vorschlag ein weiterer Beitrag zum Feudalstaat Österreich

Innsbruck (OTS) - "Wenn der Zugang zur Universität nur noch eine Sache des Geldes sein soll, dann frage ich, welcher Geist herrscht in der (christlich-sozialen) ÖVP", reagiert der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser empört auf Aussagen seines Parteikollegen WK-Präsident Christoph Leitl. Dieser Uni-Vorschlag ist bestenfalls ein Beitrag der Wirtschaftskammer zum "Unsinnigen Donnerstag".

"Die Universitäten sind keine börsenorientierten Unternehmen sondern Ausbildungsstätten, die allen offen stehen sollen", so Dinkhauser, der diesen Vorschlägen der Wirtschaftskammer eine klare Absage erteilt. "Wer für eine Freigabe der Studiengebühren plädiert, will in Wirklichkeit ein Feudalstudium nach Muster der USA. Faktum ist, dass schon jetzt immer weniger junge Menschen aus einfachen Verhältnissen die Möglichkeit haben, zu studieren, weil es sich immer weniger Familien leisten können, ihren Kindern diese Ausbildung zu finanzieren. Dies belegt der Rückgang bei den Studenten von 21 Prozent im Wintersemester 2001/2002 und bei den Studienanfängern ist der Rückgang ebenfalls ähnlich hoch. Die überfallsartige Einführung der Studiengebühren hat nur zum Stopfen von Budgetlöchern gedient, nicht jedoch die Ausbildungsqualität der Universitäten gehoben.

Es wird wohl auch dem WK-Präsidenten nicht entgangen sein, dass die Zukunft der Universitäten nicht in einer weiteren Zugangsbeschränkung sondern in einer Öffnung und einer Verbesserung des Studiums liegen muss, wenn unser Land nicht den technologischen und wissenschaftlichen Anschluss verlieren will. Gerade eine höhere Bildung ist das Kapital der künftigen Generation. Die Universitäten dürfen zu keinen Zweigstellen der Industrie- und Kapitalgesellschaften degenerieren, sondern müssen der offenen Bildungsgesellschaft dienen, wo nicht Auftragsarbeiten sondern Lehre vermittelt wird.

"Wo bleibt der Aufschrei der Familienpartei ÖVP bei derart zukunftsfeindlichen Vorschlägen? Es ist ungeheuerlich, mit welch unausgereiften und absurden Vorschlägen sich der WK-Präsident hervortun will, die bestenfalls als Faschingseinlage für den 'Unsinnigen Donnerstag' durchgehen. Wenn die Wirtschaftskammer schon so wild auf weitere Liberalisierung und Flexibilisierung ist, hätte sie in ihrem eigenen Bereich genug Betätigungsfelder - Stichwort Gewerbeordnung", so Dinkhauser.

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