Kürzung der Briefmarkenprovisionen durch die Post führt zu Engpass bei Briefmarken

Ein Drittel der Tabaktrafikanten hat Briefmarkenvertrieb eingestellt - nun ist das Kartellgericht am Zug

Wien (PWK097) Das Bundesgremium der Tabaktrafikanten hat wegen der per 1. Mai des vergangenen Jahres überfallsartig reduzierten Handelsspanne für den Briefmarkenvertrieb von 7 auf 2 Prozent, durch die Alix Frank Rechtsanwälte KEG einen Antrag beim Kartellgericht auf Abstellung des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung eingebracht. Begründet wurde dieser damit, dass eine Provision von nur 2 Prozent nicht einmal kostendeckend und daher unangemessen niedrig ist. Im Zusammenhang mit dieser unverständlichen Aktion der "neuen Post" haben viele Trafikanten den Briefmarkenverschleiß aufgegeben. "Das wirkt sich naturgemäß sehr ungünstig für die Konsumenten aus, da durch die Schließungen von Postämtern der Kauf von Briefmarken fast zu einem unüberwindlichen Hürdenlauf geworden ist", stellt der Obmann der Trafikanten, Peter Trinkl, fest.

Ende des Jahres 2001 waren die wenigen Postämter nicht einmal in der Lage, im ausreichenden Ausmaß 7-Schilling-Marken bereit zu haben, so der Obmann. Der Paritätische Ausschuss für Kartellangelegenheiten hat nunmehr im Auftrag des Kartellgerichts im laufenden Kartellverfahren ein volkswirtschaftliches Gutachten zur Sache abgegeben. Zitat aus dem Gutachten: "Der plötzliche Wechsel des österreichischen Vertriebssystems könnte zu erheblichen Störungen führen. Dafür scheint einiges zu sprechen, weil sehr viele Trafikanten den Vertrieb von Briefmarken eingestellt haben. Tatsächlich Leidtragende wären der heimische Fremdenverkehr und der inländische Konsument. Der Paritätische Ausschuss ist daher der Auffassung, dass die verfahrensgegenständliche Vorgangsweise der Post AG aus volkswirtschaftlicher Sicht problematisch ist."

Peter Trinkl erläutert dazu, dass etwa ein Drittel der Tabaktrafikanten aufgrund der unangemessenen Provisionskürzung den Vertrieb der Briefmarken eingestellt hat. Nunmehr ist das Kartellgericht am Zug, zu entscheiden, ob die Kürzung der Provision von 7 auf 2 Prozent unangemessen ist und ob eine solche Vorgangsweise auch wegen der negativen Auswirkungen auf den Konsumenten durch Verringerung der Verschleißstellen den Tatbestand des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung erfüllt. (pt)

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