KFV: NICHT VOM ABSTAND ABSTAND NEHMEN!

Rund jeder zweite Unfall auf Autobahnen ist ein Auffahrunfall. Auf der Überholspur - wo im Allgemeinen schneller gefahren wird - ist das Abstandsverhalten wesentlich schlechter als auf anderen Spuren! Das KfV fordert daher Entwöhnungsprogramm für unverbesserliche Drängler

Wien (OTS) - Durch drängeln schneller unterwegs? Ganz im
Gegenteil: Richtiges Abstandsverhalten der Kfz-Lenker im Kolonnenverkehr trägt maßgeblich zur Homogenität des Verkehrsflusses bei. Laut Ergebnissen einer Erhebung vom Institut für Verkehrstechnik des Kuratorium für Verkehrssicherheit, ist auf der Überholspur die Abstandsmoral wesentlich geringer als auf dem ersten Fahrstreifen. Auf Autobahnen ist schon beinahe jeder zweite Unfall ein Auffahrunfall. "Dabei sind Zeitlücken, die bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h und mehr weniger als eine Sekunde betragen tödlicher Leichtsinn", warnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und appelliert an die Einhaltung der goldenen "Zwei-Sekunden Regel". Für alle, die in der Fahrschule nicht aufgepasst haben, hier noch einmal eine kurze Erklärung dazu:
Markanten Punkt am Fahrbahnrand anisieren, sobald das vorausfahrende Kfz den Punkt passiert, in Sekundenabständen zählen ("21, 22") - bei idealen Rahmenbedingungen darf der Punkt nicht erreicht sein, bevor zwei Sekunden durchgezählt sind.

Überholspur: Nicht einmal jeder zweite hält sich an 2-Sekunden Abstand

Ein schönes Gefühl, wenn sich auf der Autobahn der Hinterfahrer ans Heck kuschelt, wie wild mit der Lichthupe blinkt und mit den Armen fuchtelt, oder? Wie eine KfV-Messung ergab, hält sich auf der Überholspur nicht einmal jeder zweite an den 2-Sekunden-Abstand. Und das, obwohl jeder dritte glaubt, dass zu dichtes Auffahren oft zu Verkehrsunfällen führt. Zu Recht: Etwa jeder vierte Unfall mit Personenschaden ist ein Auffahrunfall. Auf Autobahnen ist es gar jeder zweite. Im ersten Halbjahr 2001 wurden 6.594 Personen verletzt und 23 getötet. Besonders Pkw-Fahrer drängeln gerne und fahren im Kolonnenverkehr gerne zu dicht auf Lkw auf.

KfV: Einheitliche Standards und verschärfte Kontrollen

"Das Abstandsverhalten auf Österreichs Straßen ist mehr als dürftig. Das KfV fordert in diesem Zusammenhang schon lange eine klare Regelung. Das Thema Abstand ist auch im Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm ein entscheidender Punkt. Mit der Festlegung von einheitlichen Standards und verschärften Kontrollen soll unverbesserlichen Dränglern endgültig ihr lebensbedrohliches Verhalten entwöhnt werden", verweist Thann auf die künftige Offensive gegen Abstand-Sünder. Je nach Fahrstreifen halten bis zu einem Drittel aller Pkw und bis zu einem Viertel aller Lkw einen Abstand von weniger als einer Sekunde!

Geringer Abstand - Führerscheinverlust droht

Ein anderes Auto aggressiv vom Fahrstreifen zu drängen, stellt Lebensgefahr auch für unschuldig Beteiligte dar! Wird man erwischt, droht der Verlust des Führerscheins für mindestens drei Monate. Weiters ist eine Geldstrafe bis € 2.180,- zu erwarten. Auch ein Gerichtsverfahren - die Strafdrohung reicht bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe - kann drohen. Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der KfV-Rechtsabteilung, zum "tödlichen Cocktail" überhöhte Geschwindigkeit in Kombination mit unzureichendem Sicherheitsabstand:
"Wer bei Geschwindigkeiten um 130 km/h bewusst nur wenige Meter Abstand zum Vordermann einhält, verhält sich ähnlich verbrecherisch wie jemand, der im Supermarkt mit geladener Waffe den Kassier zum schnelleren Abrechnen der Ware anhält. Die soziale Unverträglichkeit der Autobahn-Drängler bewegt sich bereits im kriminellen Bereich. Hohe Strafen sind durchaus angemessen."

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