"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Machtspiele" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 7. 2. 2002

Graz. (OTS)- Sie verfügen zwar nur über Minderheitsanteile am Verbundkonzern, wollen der Mehrheit aber ihren Willen aufzwingen:
Der Landeshauptmann von Niederösterreich und der Bürgermeister von Wien setzen alle Hebel in Bewegung, um die Beteiligung eines deutschen Energieriesen an österreichischen Wasserkraftwerken im letzten Augenblick noch zu verhindern.

Die Schwergewichte fühlen sich stark genug, selbst Staumauern umzuwerfen. Der Niederösterreicher machte sich nicht einmal die Mühe, sein Ansinnen zu verschleiern, sondern erhob in aller Öffentlichkeit die Forderung, dass der Bund als Hauptaktionär des Verbundkonzerns dem Vorstand den Auftrag gibt, "den Deal sterben" zu lassen.

Erwin Pröll verlangt von Wolfgang Sch+üssel, dass er seinen Ankündigungen untreu wird und eine Weisung erteilt. Bisher hat es der Bundeskanzler stets abgelehnt, sich in die Entscheidungen der vormaligen Verstaatlichten einzumischen.

Es geht um mehr als um die Wasserkraft. Es geht um eine Kraftprobe. Ein Zeitungszar, der den schwarz-roten Landesfürsten als Sprachrohr dient, will Schüssel nach den Niederlagen im ORF und bei Temelin endlich in die Knie zwingen. ****

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