VSStÖ: "Leitl im Wunderland" - WKÖ-Chef hat Wesen der Universität nicht verstanden

Wien (SK) Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) übt heftige Kritik an den heutigen Aussagen von Wirtschaftskammer-Chef Leitl. Bundesvorsitzende Eva Schiessl: "Leitl befindet sich im Wunderland, seine Aussagen offenbaren eine erschreckende Ignoranz gegenüber Wissenschaft und Bildung". Besonders verantwortungslos sei die geforderte "Freigabe" der Studiengebühren. Leitl wisse genau, dass die Unis die Studiengebühren aus finanzieller Not so weit wie möglich anheben würden. ****

Der Wirtschaftskammer gehe es darum, ein elitäres und geschlossenes Bildungssystem zu etablieren, in dem sozial Schwache auf der Strecke blieben, so die Kritik des VSStÖ. Leitls Kritik an der überdurchschnittlichen Studiendauer bleibe hier nur symptombezogen:
Dass die Studiendauer gerade wegen der sozio-ökonomischen Hintergründe der Studierenden so hoch sei, wolle Leitl nicht einsehen.

Darüber hinaus habe Leitl das Wesen der Universität "einfach nicht verstanden", so VSStÖ-Vorsitzende Eva Schiessl. Die Uni sei eben kein ausgegliedertes Ausbildungscamp für Unternehmen, sondern eine wissenschaftliche Bildungsinstitution. Die Unterordnung der Universitäten unter das Diktat der Profite sei unverantwortlich, unsozial und auch volkswirtschaftlicher Unsinn. Den Wert des "kritischen Potenzials" Universität habe die WKÖ völlig verkannt.

Leitls Aussagen, wonach Bildungsministerin Gehrer sich als "Sprengmeisterin" betätigen solle, werfen darüber hinaus ein bezeichnendes Licht auf das demokratiepolitische Bewusstsein des Wirtschaftskammer-Präsidenten. "Ziel bildungspolitischer Reformen muss es sein, wissenschaftlich erfolgreiche Arbeit in demokratischen, offen verfassten Strukturen zu ermöglichen, anstatt planlos herumzusprengen", schließt der VSStÖ. (Schluss) wf/mp

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