ÖH: Universitäten sind keine Unternehmen!

Leitl will Staat aus seiner Verantwortung für Universitäten nehmen

Wien (OTS) - Als "widersprüchlich" und "ausschließlich gewinnorientiert" bezeichnet die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die Aussagen von WKÖ-Präsidenten Leitl bezüglich der Freigabe der Studiengebührenhöhe. Eine von Leitl geforderte Erhöhung der Gebühren würde nicht, wie von ihm erhofft, zu einem Anstieg der AbsolventInnenzahlen führen, sondern diese weiter senken. Das von Leitl angedachte Drei-Säulen-Modell würde zudem dazu führen, dass geistes- und kulturwissenschaftliche Studien finanziell ausgehungert werden.

"Christoph Leitl soll sich von dem Gedanken verabschieden, dass Universitäten profitorientierte Unternehmen sind", so Andrea Mautz aus dem ÖH-Vorsitz-Team. "Es geht nicht darum, aus Studiengebühren möglichst viele Gelder zu lukrieren und dadurch soziale Selektion zu betreiben, sondern darum, möglichst viele, gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen hervorzubringen. Das kann nicht durch die Kräfte des freien Marktes gewährleistet werden, sondern muss durch ausreichende staatliche Finanzierung sicher gestellt sein."

ÖH-Vorsitzende Weinberger ergänzt in Hinblick auf Leitls Wunsch, die AkademikerInnenquote zu erhöhen: "Durch die von Leitl geforderte Freigabe der Studiengebühren wird sich die von ihm kritisierte niedrige AkademikerInnenquote sicher nicht steigen; das Gegenteil würde der Fall sein, wenn universitäre Bildung nur noch eine Geldfrage ist." Von Leitl zugebilligte Unterstützung bei Gestaltung der Studienpläne findet Weinberger interessant: "Gerne würde ich mich mit Herrn Leitl einmal zusammensetzen und über einen neuen Studienplan für Byzantinistik unterhalten. Allerdings bezweifle ich, dass er uns dabei behilflich sein kann. Vielleicht würde ihm aber in dem Gespräch die Relevanz der sogenannten 'Orchideenfächer' klar werden", so Weinberger abschließend.

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