ÖH Uni Wien ruft zur friedlichen Donnerstagsdemo am 7.2.2002

Gegen Polizeigewalt und Operettenstaat

Wien (OTS) - Angesichts der Vorfälle bei der Donnerstagsdemo am
Tag des Opernballs 2001 hält die ÖH Uni Wien es für notwendig, zur Demonstration am 7.2.2002 aufzurufen.

Aus Sicht der ÖH Uni Wien wurde die Eskalation im Vorjahr in erster Linie von Seiten der Polizei vorangetrieben; das Vorgehen der Polizei stand in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefährdung, die von den großteils friedlich Demonstrierenden ausging.

Das für seine Aggressivität und Brutalität bekannte Sondereinsatzkommando WEGA stürmte völlig unerwartet den Demonstrationszug, prügelte meist wahllos auf TeilnehmerInnen und PassantInnen ein und trieb dann die verbleibenden DemonstrantInnen in einer unwürdigen Hetzjagd durch die Stadt. Vermummte BeamtInnen hatten sich schon vorher in den Demonstrationszug gemischt.

Bedauerlich ist in den Augen der ÖH Uni Wien, dass einige DemonstrantInnen auf das Vorgehen der Polizei mit blinder Wut und Zerstörung reagierten. Die ÖH Uni Wien fordert daher alle TeilnehmerInnen der Demonstration auf, sich friedlich zu verhalten und gegebenenfalls zum Selbstschutz und zum Schutz der anderen TeilnehmerInnen bereit zu sein.

Das von der Kronenzeitung, der FPÖ und großen Teilen der ÖVP konstruierte Feindbild einer gewaltbereiten Demoszene geht vollkommen an der Realität vorbei.

Die DonnerstagsdemonstrantInnen nehmen das demokratische Grundrecht wahr, ihre Unzufriedenheit mit der politischen Situation in Österreich auch auf der Straße zum Ausdruck zu bringen. Wenn der Demoszene gemeinhin Gewaltbereitschaft und Vandalismus unterstellt wird, dient dies nur dazu, die verbleibenden oppositionellen Kräfte in diesem Land zu diskreditieren.

Die ÖH Uni Wien fordert daher dazu auf, die Demonstrationsfreiheit zu verteidigen. Je mehr Menschen in diesem Jahr an der Demonstration teilnehmen, desto schwerer wird es gelingen, wieder eine Eskalation wie 2001 zu provozieren.

Die ÖH Uni Wien vertritt auf der Demo am 7.2. folgende Forderungen:

  • sofortiger Rücktritt der schwarz-blauen Bundesregierung
  • Abschaffung der Studiengebühren
  • Auflösung des Sondereinsatzkommandos WEGA
  • unabhängige Untersuchung von Polizeiübergriffen
  • freier Eintritt zum Opernball für alle

Rückfragen & Kontakt:

Alpögger Monika
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit ÖH Uni Wien
Tel: 0676/ 75147777
monika.alpoegger@oeh.univie.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OHW/OTS