Eisenbahner kritisieren Lehrlingspolitik

GdE-Jugend: Doppelspiel des Wirtschaftsministers

Wien (GdE/ÖGB). Die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) kritisierte Mittwoch die Lehrlingspolitik der Bundesregierung und insbesondere von Arbeits- und Wirtschaftsminister Bartenstein als doppelbödig:
Einerseits gebe Bartenstein medienwirksam eine Lehrstellengarantie ab, andererseits blockiere derselbe Minister seit drei Jahren die Privatstiftung für Berufsausbildung der EisenbahnerInnen und gefährde damit den weiteren Bestand von zwei Lehrwerkstätten in der Steiermark.++++

Alexander Bily, Jugendsekretär der Eisenbahnergewerkschaft, wies darauf hin, dass durch Bartensteins Weigerung, die Privatstiftung für die Eisenbahnerausbildung zu genehmigen, die ÖBB-Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld, wo derzeit jährlich bis zu rund 60 Lehrlinge ausgebildet werden, ernsthaft gefährdet sind. Das sei umso unverständlicher, als das Wirtschaftsministerium gleichzeitig die Qualität der Ausbildung in den Lehrwerkstätten der ÖBB anerkenne und staatlich prämiiert habe.

"Das freimütige Bekenntnis des Ministers, er garantiere jedem Jugendlichen, der eine Lehrstelle suche, eine entsprechende Lehrstelle, ist jedenfalls für die EisenbahnerInnen erst dann glaubhaft, wenn er auch die Bemühungen zur Sicherstellung einer qualitativ hochstehenden Ausbildung im Eisenbahnbereich aktiv unterstützt und seine Blockadeposition im Zusammenhang mit der Ausbildungsstiftung aufgibt", sagte der GdE-Jugendsekretär. Im Übrigen arbeiteten die vielen hundert Absolventen der ÖBB-Lehrwerkstätten nicht allein bei den ÖBB sondern mit hervorragenden beruflichen Erfolgen in der gesamten metallverarbeitenden Industrie. Dies sei eine Bestätigung der von der Privatstiftung vermittelten Ausbildung, schloss Bily.

ÖGB, 6. Feber 2002
Nr. 112

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