Silhavy für die sofortige Auflösung der Arbeitsmarktrücklage

Diskussionsveranstaltung "Alarm auf dem Arbeitsmarkt"

Wien (SK) Die dramatisch gestiegenen Arbeitslosenzahlen ließen bei SPÖ-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy die Alarmglocken läuten. In der vom "Netzwerk Innovation" und vom Renner Institut initiierten Diskussionsveranstaltung am Dienstag Abend - unter dem Titel "Alarm auf dem Arbeitsmarkt. Strategien gegen die Arbeitslosigkeit" trat Silhavy mit Nachdruck für "die sofortige Auflösung der Arbeitsmarktrücklage von 109 Millionen Euro" ein. Neben dieser "Feuerwehraktion" müsse man außerdem in die weitere Qualifizierung der Beschäftigten und nicht zuletzt in die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit investieren. Zentral sei auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit, betonte Silhavy: "Dadurch werden den Steuer- und Sozialtöpfen 37 Milliarden Schilling vorenthalten." Als längerfristige Perspektive ist es für Silhavy "klar", dass die beschäftigungsintensiven Branchen entlastet werden müssen - durch eine wertschöpfungsbezogene Abgabe.****

Auf dem Arbeitsmarkt müsse mehr Flexibilität her, ließ Silhavy aufhorchen - bezog sich dabei auf ein Recht der Arbeitnehmer, und hier vor allem der Frauen. "Denn in der Norm ist es so, dass wenn man von Flexibilität redet, es die Arbeitnehmer sind, die sich an die Bedürfnisse der Arbeitgeber anzupassen haben, und nicht umgekehrt." Geht es nach Silhavy, sollen auch die Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, ihre Arbeit flexibel zu gestalten, etwa durch Bildungskarenzen. Insbesondere den Arbeitnehmerinnen würde dadurch endlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht, zeigte sich Silhavy überzeugt.

Herbert Buchinger vom AMS sah die "Umschichtung von der Beschäftigungsförderung zur Qualifikationsförderung" als unbedingt notwendig und - "trotz der beschränkten Mittel" - auch machbar. Allerdings dürfe diese Strategie nur kurzfristig gefahren werden, da sie längerfristig auf Kosten des sozialen Schwerpunkts gehen würde, so Buchinger. Silhavy stimmte dem zu: "Bei allem Bekenntnis zur Qualifikationsförderung darf man nicht auf die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit vieler Menschen vergessen." Auch Andrea Kirschner-Schmid vom WAFF setzte nach: "Es darf keine Qualifizierungsverlierer geben, die dem Trend in die Hochqualifizierung nicht folgen können."

Christian Rainer, Herausgeber von Trend und Profil, zeigte sich angesichts der blau-schwarzen Regierungspolitik nicht gerade optimistisch, was die Schaffung "hilfreicher Rahmenbedingungen" am Arbeitsmarkt betreffe. Die "große Leistung" der Bundesregierung - der Kinderscheck - stelle "eine zynische Möglichkeit dar, um Arbeitslosigkeit zu verhindern", merkte Rainer kritisch an, da dadurch die Frauenbeschäftigungsquote gesenkt werde.

"Der Bedarf übersteigt bei weitem die Nachfrage", erklärte Horst Pöchhacker, Präsident der Vereinigung Industrieller Bauunternehmer Österreichs, die Krise in der Bauwirtschaft durch die "Unterbelichtung" der Infrastruktur durch den Staat und die Konzerne. Gleichzeitig warnte Pöchhacker aber davor, angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen am Bau die Leute aus der Bauwirtschaft "hinauszuschulen". Denn: "Wir werden sie in ein paar Jahren wieder brauchen." (Schluss) lm

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