"Kleine Zeitung" Kommentar: "Überflutung" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 06.02.2002

Graz (OTS) - Nur kurz blieb Zeit zum Luftholen. Nach der Betäubungskampagne der Krone gegen den "Todestempel Temelin" ergießt sich jetzt der nächste mediale Sturzbach übers Land. Weil der Verbund den deutschen Stromerzeuger E.ON als Minderheitspartner unter sein Dach holen möchte, überflutet das Massenblatt seit Tagen Nichtschwimmer mit Schreckbildern, wonach bald alle Quellen versiegen und sämtliche Bäche zum deutschen Nachbarn umgeleitet würden, stromaufwärts quasi.

Dass es hier um die Verwertung von Wasserkraftstrom und nicht von Wasserrechten geht, dass sich also weder der Verbund noch die dämonisierte Braut an das "weiße Gold" heranmachen können, all das geht im Strom der Angstmache unter.

Aber so richtig ungenießbar wird diese Brühe erst durch die Komplizenschaft der Politik, die wieder die Beine spreizt: Pröll mit todernstem Blick vor einem Alpenbächlein. Häupl, der mit Abwehrkampfmiene ein Glas Quellwasser in die Kamera hält. Gusenbauer, der, schwer elektrisiert, von der Gefahr "drohender Stromschwankungen" faselt und flackerndes Licht in den Stuben sieht also vor solchen Starkstrompopulisten kann sogar ein Haider noch was lernen. ****

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