Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Arbeiten für die Steuerquote

Ausgabe vom 6. Febr. 2002 Klagenfurt (OTS) - Arbeiten für die Steuerquote - Der smarte Mann im Designeranzug ist nicht und nicht weich zu klopfen: Sozialpolitische Glaubenssätze sind ihm als unbeliebte Spielchen suspekt und langweilen. Er huldigt ökonomischen Denkanstößen, beschwört Gewinn bringendes Management: Das Credo eines Karl-Heinz Grasser heißt "weniger Sozialstaat, mehr Unternehmertum." Ergo, so Grasser, "müssen wir uns fragen, was der Staat tatsächlich machen muss und was Private besser machen können". Das eine und andere Exempel hat uns bereits als Konsequenz gelehrt: Was den Staat freut (er spart ausnahmsweise einmal ausgabenseitig), schröpft das Volk. Zumal Kinderbetreuungsstätten der Marke Privat empfindlich teurer sind; nicht anders die Kostenrechnung bei Pflegeplätzen, Altersheimen, Privatschulen ... Was uns die FPÖ sukzessive einzuflüstern versucht, reduziert sich auf eine uncharmante, weil unseriöse, Milchmädchenrechnung: Die Gleichung Schuldenreduktion ist die Summe aus Sozialabbau und Unternehmensförderung verpufft im Faktum des Vergleiches. Sozialstaaten sanieren ihre Staatshaushalte mit einer Philosophie, die der rot-weiß-roten diamentral entgegengesetzt ist: Die Kaufkraft des Volkes bedingt als nationaler Motor die Stabilität der Konjunktur - und vice versa. Österreich aber verliert sich in grellen Wirtschafts-Perspektiven und lässt den Sozialstaat auf eine Minimum schrumpfen. Dass der Bürger (jeder von uns!) vom 1. Jänner bis 14. Juni für des Finanzministers Steuerquote arbeitet, kümmert die Regierung ja schon lange nicht ...

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